“Keine Neuwahl in Rheinland-Pfalz – YouTube-Kanal sammelt Klicks mit bekannter Masche”
Nach der rheinland-pfälzischen Landtagswahl vom 22. März 2026 behauptete ein Video des YouTube-Kanals 'Servus Deutschland' (mit KI-generiertem Sprecher, verwandt mit dem zuvor gesperrten Kanal 'Michael Goldmann'), das Wahlergebnis sei ungültig und Neuwahlen seien geplant, weil eine Person im Hintergrund einer Rede von AfD-Chefin Alice Weidel eine Antifa-Geste ('161') gezeigt habe. CORRECTIV identifizierte die Person als Lea Schanne, Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis Wörth am Rhein, und stellte fest, dass die vom ZDF ausgestrahlte Szene tatsächlich erst nach Wahlschluss auf einer Wahlparty der Linken stattfand – nicht während Weidels Auftritt. Die Wahlleitung bestätigte keinerlei Unregelmäßigkeiten; das Video wurde dennoch auf TikTok tausendfach weiterverbreitet.
“Video: Heidi Reichinnek neben Audi A8 mit Kennzeichen 'B-HR 419' – Vorwurf der Doppelmoral”
Ein authentisches Video zeigte Linksfraktionschefin Heidi Reichinnek neben einem Audi A8 mit dem Kennzeichen 'B-HR 419' – Buchstaben und Zahl lesbar als ihre Initialen und ihr Geburtsdatum. AfD-nahe Accounts verbreiteten das Video mit der Suggestion, Reichinnek fahre trotz ihres Eintretens für höhere Vermögensbesteuerung privat einen Luxuswagen mit Wunschkennzeichen. Mimikama stellte klar, dass es sich um ein Leasingfahrzeug der Linksfraktion im Bundestag handelt, über das die Fraktion und nicht Reichinnek persönlich verfügt; laut Fraktionssprecher besitzt sie kein eigenes Auto. Die Doppelmoral-Unterstellung wurde als politische Zuspitzung auf dünner Faktenbasis eingeordnet.
“Daniel Günther will Nius verbieten”
After CDU Minister-President Daniel Günther criticized NIUS on Markus Lanz (Jan 7, 2026), NIUS and Bild claimed he had demanded censorship and a ban of NIUS. Übermedien's analysis found this was a deceptive truncation: Günther's short 'Ja' to Lanz's question was immediately qualified as referring to social-media access for under-16s, and he explicitly backed press and opinion freedom — 'Günther hat keine Zensur gefordert'. The VG Schleswig later also rejected NIUS's own claim for retraction against Günther in an expedited proceeding.
“Beschwerde des BSW erfolglos: Vorerst keine Neuauszählung der Bundestagswahl”
Der Wahlprüfungsausschuss des Bundestages lehnte die Wahlprüfungsbeschwerde des BSW gegen das Ergebnis der Bundestagswahl 2025 ab; das BSW hatte die 5-Prozent-Hürde um 9.529 Stimmen (4,981%) verfehlt und einen Zählfehler durch die Nähe zu 'Bündnis Deutschland' auf dem Stimmzettel geltend gemacht. Union, SPD, Grüne und Linke stimmten gegen eine Neuauszählung, nur die AfD dafür. Alle genannten Zahlen und das Abstimmungsverhalten stimmen mit der Bundestags-Drucksache 21/3100 überein; das BSW kündigte an, vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.
“Enttäuschende Personalentscheidung bei der Linken Düsseldorf”
Lokalkompass.de published a user-submitted article criticising the candidate selection at a Düsseldorf Die Linke municipal party assembly, without disclosing that the author himself had stood as a candidate at the same assembly and failed to secure a list place. The Presserat confirmed that editorial teams bear full press-ethics responsibility even for user-generated content. Rüge 0486/25/1 (June 2026 session) for Ziffer 6 (separation of activities, Richtlinie 6.1): a candidate who has just been rejected by the very assembly they are covering has an obvious conflict of interest that must be disclosed to readers.
“Messe Gießen in Angst vor Anti-AfD-Krawallen — Demonstranten 'wollen die Stadt zum Brennen bringen'”
Vor der Gründung der AfD-Jugendorganisation in Gießen behauptete BILD.DE, mehr als 40.000 erwartete Demonstranten 'drohen mit Krawallen'. Tatsächlich hatten nur einzelne Gruppen zu Gewalt aufgerufen; die Pauschalierung auf die Demonstrantenmehrheit war unbelegt. Presserat-Rüge Az. 1162/25/1 (Ziffer 2), veröffentlicht Juni 2026.
“Hamburger Gericht bestätigt: ZDF ist kein Nachrichtenmedium, sondern ein Meinungsorgan”
Tichys Einblick, a right-wing outlet with close ideological alignment to the AfD, lost a defamation case against ZDF at the Hamburg Regional Court but published a headline reporting the outcome as a victory: 'Hamburger Gericht bestätigt: ZDF ist kein Nachrichtenmedium, sondern ein Meinungsorgan.' Übermedien (3 November 2025) documented that the court had in fact ruled ZDF's characterisation of certain Tichys articles as 'Falschmeldungen' was permissible opinion, precisely because sufficient supporting evidence existed — a narrow procedural point confirming ZDF's right to call Tichys content false, not a finding against ZDF's journalistic legitimacy. The misreported outcome was shared across AfD-adjacent social media as proof that ZDF was not a legitimate news source.
“Sahra Wagenknecht ist zur AfD übergetreten (Falschbehauptung in reißerischen Youtube-Videos)”
Mehrere zweifelhafte YouTube-Kanäle mit KI-generierten Stimmen verbreiteten die frei erfundene Behauptung, Wagenknecht sei von der BSW zur AfD übergetreten; die Videos erreichten hunderttausende Aufrufe. CORRECTIV fand keinerlei glaubwürdige Quelle für einen solchen Parteiwechsel, ein BSW-Sprecher dementierte die Behauptung ausdrücklich. Die verbreitenden Kanäle haben laut CORRECTIV eine dokumentierte Vorgeschichte erfundener Politiker-Meldungen.
“ARD-Sommerinterview mit Jan van Aken”
Im ARD-Sommerinterview vom 17. August 2025 bezeichnete Linken-Co-Vorsitzender Jan van Aken die SPD fälschlich als frühere DDR-Blockpartei. Tatsächlich wurde die SPD 1946 zwangsweise mit der KPD zur SED verschmolzen und war nie Teil des DDR-Blockparteiensystems – die tatsächliche Blockpartei war die LDPD, Vorläuferin der heutigen FDP. Van Aken räumte den Fehler noch während der Sendung ein und entschuldigte sich bei 'den Genossen der SPD'. CORRECTIV.Faktencheck bewertete zudem seine Aussage, die Bundesregierung unternehme nichts gegen die russische Schattenflotte vor Fehmarn, als falsch, da Deutschland an EU-Sanktionen beteiligt ist und Versicherungsnachweise kontrolliert.
“Karlsruhe bestätigt: AfD ist regierungsfähig — Altparteien geraten in Panik!”
Erfundenes BVerfG-Urteil vom 25.07.2025 samt frei erfundenem Weidel-Zitat ('Sieg für den Rechtsstaat'). Kein solches Urteil existiert. Pro-AfD-Fälschung, dokumentiert von dpa-Faktencheck (29.07.2025). Analog zum Doppelgänger-Eintrag (mr-006) als Desinformationsfall geführt.
“Happy End nach dem Chaos? Der Thüringer Landtag hat einen neuen Präsidenten”
The Schweriner Volkszeitung took an agency report about the Thuringian Landtag electing a new president (a politically charged process given the AfD plurality and Die Linke's role in the post-election negotiations) and inserted a sharply critical opinion sentence about the filling of the state constitutional court — content absent from the original wire copy and unattributed. The paper left the original agency journalist's name in the byline, falsely attributing the added critique to her. Presserat Rüge 0416/25/1 (published 17 July 2025) for Ziffer 1 (truthfulness) and Ziffer 2 (diligence); a sister paper received an identical ruling for running the same manipulated copy.
“Geheime Vertraege: EU-Kommission bezahlte Aktivisten fuer Klimalobbyismus”
Welt published a four-article series claiming the EU Commission had 'secret contracts' with NGOs including ClientEarth and Friends of the Earth, allegedly paying them to lobby for green energy policies and to undermine coal and trade agreements. In reality the organisations had submitted standard grant applications under the publicly available EU LIFE programme. Welt did not contact the NGOs for comment before publication. LobbyControl filed a formal complaint; the Presserat issued a public Ruege for 'gravierende Irrefuehrung der Leserschaft' and 'schwerer Verstoss gegen die journalistische Sorgfaltspflicht.' Welt appealed and lost; the ruling stands final as of March 2026. The series fed directly into CDU/CSU parliamentary demands to cut NGO funding.
“Talkbeitrag von Henryk M. Broder: Linke fordere 'Reiche erschießen' beim Bundesparteitag Chemnitz”
Der Publizist Henryk M. Broder behauptete am 11. Mai 2025 in einer ServusTV-Sendung, Linke-Politiker hätten lachend erklärt, man solle 'ein Prozent der Reichen erschießen', und verortete dies beim Bundesparteitag der Linken in Chemnitz (9./10. Mai 2025). CORRECTIV.Faktenforum wertete die kompletten Aufzeichnungen des Parteitags aus und fand keine solche Aussage. Tatsächlich stammt das Zitat von einer unbekannten Teilnehmerin einer Strategiekonferenz der Linken in Kassel im März 2020, die der damalige Parteichef Bernd Riexinger noch am selben Tag zurückwies. Broder vermengte damit einen fünf Jahre alten, bereits eingeordneten Einzelvorfall mit dem aktuellen Parteitag 2025, dessen Programm sich auf Vermögensbesteuerung statt Gewalt konzentrierte.
“AfD-Debatte: Warum Marco Rubio mit seiner Deutschland-Kritik recht hat”
A guest commentary in Berliner Zeitung argued — in support of AfD-aligned US Secretary of State Rubio's criticism of Germany — that Nancy Faeser had let one million men from Islamic states into Germany during her tenure (statistically unverifiable), that Faeser had 'discredited her own officers by marching in demos against police' (the event was a Christopher Street Day), and that migrants 'as every child can see, are difficult to integrate' (discriminatory generalisation). Presserat Rüge 0386/25/1 (September 2025 session) for Ziffer 2 (diligence) and Ziffer 12 (discrimination). The commentary was framed to validate AfD-aligned messaging.
“Gruene und SPD ruecken zusammen: Gemeinsame Machtdemonstration (False election result analysis)”
Tichys Einblick, a right-wing outlet with documented ideological alignment to the AfD, published misleading election result analyses that consistently framed AfD performance more favourably and competitor parties' performance more negatively than official results warranted. Uebermedien documented a specific case (November 2025) where Tichys Einblick lost a defamation case against ZDF but reported the court ruling as a 'Hamburger Gericht bestaetigt: ZDF ist kein Nachrichtenmedium, sondern ein Meinungsorgan.' In fact the court had ruled that ZDF's characterisation of certain Tichys articles as 'Falschmeldungen' was permissible — precisely because sufficient supporting evidence of their falseness existed. The misreported outcome was shared across AfD-adjacent social media as proof that ZDF was an illegitimate news source. See mr-128 for the same Tichys case recorded separately.
“Instagram-Videoausschnitt von Ulf Poschardt über Heidi Reichinnek”
WELT-Herausgeber Ulf Poschardt kommentierte in einem auf Instagram verbreiteten Videoausschnitt abfällig das Äußere von Linken-Politikerin Heidi Reichinnek: Ihre Tattoos wirkten jung, sie selbst sei aber bereits 'ranzig geworden', ihr Auftreten wie 'das Kostüm einer 17-Jährigen'. CORRECTIV-Chefredakteurin Anette Dowideit griff den Vorfall im Spotlight-Newsletter 'Geld verdienen mit Hass' (27. Mai 2025) auf und ordnete ihn als Beispiel dafür ein, wie Medienhäuser gezielt von zugespitzter, personenbezogener Polemik statt politischer Auseinandersetzung profitieren – der Beitrag erhielt rund 5.600 Likes. Reichinnek reagierte ihrerseits mit einem eigenen Video auf Instagram.
“Cancel Culture a la NDR: Der oeffentlich-rechtliche Linksfunk hat die Rechten staerker gemacht”
Merkur.de published an article branding the NDR as 'Linksfunk' (left-wing broadcaster) and attributing AfD electoral growth to public broadcaster 'cancel culture.' The Presserat issued a Ruege (Az. 0928/25/1, April 2026 session) for breaching Ziffer 2 (diligence): the label 'Linksfunk' was an unsupported factual characterisation rather than permissible opinion, and the causal claim linking AfD growth to ÖRR editorial decisions was without supporting evidence. The article advanced pro-AfD and anti-OeRR narratives simultaneously without factual grounding.
“Göring-Eckardt spricht über Verwandte, die die AfD wählen (TikTok-Clip bis ins Unkenntliche verzerrt)”
Apollo News published a TikTok video clip of Green politician Katrin Göring-Eckardt discussing family members who vote AfD, distorting her statements 'bis ins Unkenntliche' (beyond recognition) according to MDR's fact-check. The clip, which reached hundreds of thousands of views, implied positions Göring-Eckardt did not hold. MDR assessed the content as severely misleading and documented the distortion against the original source material. Apollo News is a right-wing digital outlet that has repeatedly faced fact-checker corrections for misrepresenting statements by Grüne politicians.
“Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer verbreiten unbelegte Zahlen zu Kriegstoten in der Ukraine”
Wagenknecht und Alice Schwarzer behaupteten öffentlich, der Ukraine-Krieg habe 'über eine Million' Gefallene gefordert. Seriöse Schätzungen zu militärischen Todesopfern lagen Anfang 2025 laut CORRECTIV bei 238.000 bis 300.000 auf beiden Seiten zusammen — die genannte Zahl übersteigt dies um ein Vielfaches. CORRECTIV vermutet eine Verwechslung mit der Gesamtzahl an 'Casualties' (Tote und Verwundete), die zu diesem Zeitpunkt tatsächlich rund eine Million erreichte. Belege für die genannte Zahl legten beide nicht vor.
“Bremer Wahlleiter bestätigt Fehler bei Auszählung von BSW-Stimmen”
Der Bremer Landeswahlleiter bestätigte, dass bei der telefonischen Ergebnisübermittlung 37 BSW-Stimmen in drei Wahllokalen versehentlich dem 'Bündnis Deutschland' zugeschrieben wurden, begünstigt durch die auf dem Stimmzettel direkt aufeinanderfolgenden Parteikürzel. Der Fehler wurde korrigiert und hatte laut Wahlamt keinen Einfluss auf die Mandatsverteilung; die BSW-Landesspitze forderte dennoch eine bundesweite Nachzählung. Die Berichterstattung von buten un binnen war sachlich korrekt und amtlich bestätigt.
“Im Kreuzverhör: Gysi und Wagenknecht nutzen bei Migration und Rente falsche oder irreführende Zahlen”
In der RTL-Debattensendung 'Im Kreuzverhör' vor der Bundestagswahl 2025 nannte Wagenknecht eine Durchschnittsrente von 1.200 Euro und behauptete, diese liege unter der Armutsgrenze. Laut Rentenversicherungsbericht 2024 liegt die Bruttorente bei Männern im Schnitt bei rund 1.800 Euro, bei Frauen bei 1.333 Euro; die 1.200-Euro-Zahl beruht nur auf einer Teilmenge (Kleinstrenten) und blendet weitere Alterseinkommen aus. CORRECTIV bewertete die Aussage als irreführend, nicht als frei erfunden.
“Merz überlässt der SPD Innen-, Außen- und Wirtschaftsministerium (übernommene Falsch-Meldung)”
The day after the 2025 Bundestagswahl, Junge Freiheit republished a message from NIUS that mimicked a dpa newswire dispatch, claiming Merz had ceded key ministries to the SPD. The dpa-Faktencheck (26 February 2025) confirmed no such dispatch was ever issued — the text was fabricated to copy agency style. Junge Freiheit deleted the item and acknowledged a 'journalistischer Fehler', blaming NIUS for the original false text. Note: existing case mr-034 in this database covers the NIUS/CDU angle of this same incident; this entry captures the distinct Junge Freiheit chain-of-publication and its own subsequent misrepresentation.
“Erfundene dpa-Meldung: 'Merz überlässt Innenministerium der SPD'”
Einen Tag nach der Bundestagswahl berichtete NIUS unter Berufung auf eine angebliche dpa-Meldung, Merz habe das Innenministerium der SPD zugesagt. Die dpa-Meldung existierte nie — dpa-Chefredakteur Homburger dementierte ausdrücklich, Merz sprach von einer 'gefälschten Nachricht'. NIUS löschte den Artikel; die Junge Freiheit, die ihn übernommen hatte, widerrief mit Entschuldigung. CORRECTIV: falsch.
“Interview mit Bodo Ramelow am Morgen nach der Bundestagswahl 2025”
Deutschlandfunk-Moderator Dirk Müller befragte Linken-Politiker Bodo Ramelow am Morgen nach der Bundestagswahl 2025 fast ausschließlich konfrontativ zur Migrationspolitik und unterstellte ihm sinngemäß, die Mehrheit der Wähler für 'ein bisschen blöd' zu halten, als Ramelow eine zu einseitige mediale Themensetzung auf Kriminalität durch Ausländer kritisierte. Im direkt anschließenden Interview mit der AfD-Politikerin Beatrix von Storch schlug Müller dagegen einen auffällig verständnisvollen, fast zustimmenden Ton an. Der Medienkritiker Stefan Niggemeier analysierte bei Übermedien beide Interviews im Detail und wertete die Ungleichbehandlung als 'doppeltes journalistisches Scheitern', das die von Ramelow kritisierte verzerrte mediale Schwerpunktsetzung selbst bestätigte.
“Dirk Müllers DLF-Interview: Ramelow vs. von Storch — Doppeltes journalistisches Scheitern”
Deutschlandfunk-Moderator Dirk Müller befragte Linken-Politiker Bodo Ramelow am Morgen nach der Bundestagswahl 2025 fast ausschließlich konfrontativ zur Migrationspolitik und unterstellte ihm, die Mehrheit der Wähler für 'ein bisschen blöd' zu halten, als Ramelow einseitige mediale Kriminalitätszuschreibung an Ausländer kritisierte. Das direkt anschließende Interview mit AfD-Politikerin Beatrix von Storch war auffällig verständnisvoll. Übermedien-Medienkritiker Stefan Niggemeier analysierte beide Interviews in 'Der Deutschlandfunk hat nach der Wahl die falschen Fragen gestellt' und wertete die Ungleichbehandlung als 'doppeltes journalistisches Scheitern': Das DLF bestätigte damit unfreiwillig Ramelows Diagnose einer verzerrten medialen Schwerpunktsetzung. Keine Korrektur erfolgte.
“Falsche Stadiongesänge: 'Wehrt euch, leistet Widerstand' für Die Linke”
Vier Tage vor der Bundestagswahl veröffentlichte ein anonymes TikTok-Konto Videos, die suggerierten, Fußballfans hätten in München und Madrid das Protestlied 'Wehrt euch, leistet Widerstand' für Die Linke gesungen. Die Tonspur stammte von einer Demonstration gegen Rechtsextremismus in Leipzig (Januar 2024) und wurde nachträglich über die Stadionbilder gelegt. Die Videos erreichten über 500.000 Aufrufe. Bei keinem der beiden Spiele wurde das Lied gesungen.
“Weidel: 'Deutschland hat die höchsten Energiepreise der Welt' — Zitatesammlung ohne Faktencheck”
Tagesschau.de published an unchecked collection of Alice Weidel's claims from an ARD interview, including her repeated assertion that Germany has 'the world's highest energy prices' — a claim that is factually false (Germany ranks ninth globally for household electricity prices). Übermedien (19 February 2025, Boris Rosenkranz) documented the piece as press-release journalism that amplified a campaign talking point without contextualisation; tagesschau published a separate fact-check only the following day after the article had circulated. The uncritical reproduction of a repeatedly-debunked AfD claim in a leading public broadcaster format constitutes documented favoring through editorial omission.
“Weidel-Zitatesammlung: 'Deutschland hat die weltweit hoechsten Energiepreise' (ungeprueft verbreitet)”
After an ARD interview program, Tagesschau.de published an article functioning as an uncritical quote compilation of AfD co-chair Alice Weidel's statements — including her repeatedly-debunked claim that Germany has 'the highest energy prices in the world.' ARD's own Faktenfinder had previously shown this was false (Germany ranked 9th globally). The Tagesschau published a separate Faktencheck only the following day, with minimal cross-referencing to the original article. Uebermedien (Boris Rosenkranz, 21 February 2025) documented the piece as functionally indistinguishable from an AfD press release and concluded it made ARD's own fact-checking efforts pointless. A note was later added to the article but the misleading quotes were not corrected in the original text. See also mr-131 which covers the same Tagesschau/Weidel pattern from the same date.
“Merz: 14,8 Krankheitstage sind zu viele”
t-online reported Merz's Bad Rappenau campaign speech where he questioned whether 14.8 sick days per worker are 'really necessary.' The reporting was factually accurate. However, most media outlets (including t-online) initially failed to provide the key context: the rise in recorded sick days was primarily caused by the electronic Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) introduced Jan 2022, which for the first time automatically captures ALL sick days. Die Anstalt Faktencheck (Feb 2026) documented this omission.
“Bundestagswahl 2025: Alte Tabelle über Einkommensveränderung führt in die Irre”
Vor der Bundestagswahl 2025 kursierte eine Tabelle, die angeblich zeigte, welche Einkommensgruppen von den Steuerplänen der Parteien (inkl. FDP) profitieren würden. Die Tabelle basierte auf einer veralteten ZEW-Berechnung von 2021 zu den damaligen Parteiplänen, nicht auf den aktuellen Wahlprogrammen 2025. Das ZEW veröffentlichte aktualisierte Zahlen auf Basis der echten 2025er-Wahlprogramme, die ein anderes Verteilungsbild zeigten.
“Im Kreuzverhör: Gysi und Wagenknecht vor der Bundestagswahl”
Im RTL/ntv-Interviewformat 'Im Kreuzverhör' behauptete Linken-Politiker Gregor Gysi am 16. Februar 2025, Deutschland nehme nur 3,2 Geflüchtete pro 1.000 Einwohner auf. Nach Daten des Statistischen Bundesamts und von Eurostat lag der tatsächliche Wert bei rund 35,5 pro 1.000 Einwohner – Deutschland liegt damit EU-weit auf Platz drei hinter Zypern und Tschechien. CORRECTIV.Faktencheck vermutete, Gysi habe nur die jährlichen Asylerstanträge gemeint, dies aber pauschal auf 'Geflüchtete' insgesamt bezogen; die Zahl blieb im Sendungsverlauf unwidersprochen im Raum stehen. Im selben Faktencheck wurden auch Angaben von Sahra Wagenknecht (BSW) zur Durchschnittsrente als irreführend eingestuft (siehe mr-063).
“551 Fragen an die Regierung – und keine Antwort”
Bild Online reported on the CDU/CSU parliamentary minor inquiry about government financing of NGOs (551 questions filed by Merz and Dobrindt). The headline '551 Fragen — und keine Antwort' was factually wrong: the Bundesregierung had provided detailed concrete answers to the questions, including figures on payments to civil-society organisations. Presserat Rüge 0244/25/1 (published 19 February 2026) for Ziffer 2 (diligence). The coverage was politically favourable to CDU/CSU and the same inaccurate framing helped build momentum for a parliamentary campaign against NGOs that had supported anti-far-right demonstrations.
“Der Staat darf nicht mit Steuergeldern auf die öffentliche Meinungsbildung einwirken”
Welt's article by Elke Bodderas claimed NGOs such as Omas gegen Rechts and Campact used government project grants to organise the February 2025 'Demos gegen Rechts' protests, and that Green-led federal ministries had co-financed the demonstrations. No credible evidence was provided: one cited organisation showed its only ministry-funded project was a 2023 youth holiday programme, entirely unconnected to 2025 protests. Presserat Rüge 0248/25/1 (end-2025 session) for Ziffer 2 (diligence). Political fallout followed directly: CDU politician Christoph Ploß used the article to demand cutting public funding for HateAid.
“Wer steckt hinter den Massen-Demos in Deutschland? Steuergeld fuer Strassenkampf”
Bild claimed that federal ministries under the Gruene-led coalition had directly co-financed the February 2025 anti-migration-vote demonstrations via NGOs, under the headline 'Steuergeld fuer Strassenkampf.' 31 complaints were filed with the Presserat. The ruling found Bild provided no credible evidence: none of the cited organisations had received funds for the specific demonstrations; grant data cited referred to completely unrelated projects from prior years. The false reporting fed directly into the CDU/CSU's 551-question parliamentary inquiry about civil-society 'political neutrality' — a political campaign whose factual premise Bild had fabricated. See also the related Welt Ruege (mr-097) for the same NGO-demos narrative.
“Irreführende 'Entscheidungshilfe' auf TikTok unterstellt Parteien vor der Bundestagswahl falsche Positionen”
Vor der Bundestagswahl 2025 kursierte auf TikTok und anderen Plattformen eine tabellarische 'Entscheidungshilfe', die sechs Parteien (CDU, SPD, AfD, Die Linke, FDP, Grüne) gegenüberstellte und Die Linke mit der Position 'unbegrenzte Aufnahme von Asylbewerbern' auflistete. Auf Nachfrage von CORRECTIV erklärte die Partei, Asylsuchende hätten 'Anspruch auf Einzelfallprüfung des Schutzbedarfs' und forderte 'solidarische Lastenteilung in der EU' – eine differenzierte Position, die auf einen plakativen Extremstandpunkt reduziert wurde. CORRECTIV stufte die Grafik insgesamt als 'größtenteils falsch' ein: Sie stellte die AfD-Positionen fast durchgängig korrekt dar, verzerrte aber systematisch die Positionen der übrigen Parteien. Verbreitet wurde sie vor allem von AfD-nahen Accounts, darunter die bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Elena Roon.
“Deepfake-Kampagne: 'Merz psychisch instabil, Suizidversuch 2017'”
Russische Desinformationskampagne (Storm-1516) nach Merz' Taurus-Aussage: Deepfake-Video eines angeblichen Psychiaters, gefälschtes Foto in Patientenkleidung, gefälschtes PTV-11-Formular eines nicht existierenden 'Dr. Albert Mertens' am Karolinen-Hospital Arnsberg (das keine Psychiatrie hat). Massenverbreitung Wochen vor der Bundestagswahl über X/Telegram. CORRECTIV: falsch.
“Für Russland gearbeitet? Was hinter diesem Fake über FDP-Politiker Marcus Faber steckt”
Vor der Bundestagswahl 2025 kursierte ein mutmaßlich KI-generiertes Deepfake-Video, in dem eine angebliche Ex-Mitarbeiterin behauptete, FDP-Verteidigungspolitiker Marcus Faber habe für Russland gearbeitet. Die Fälschung wurde über die unseriöse Website "Andere Meinung" verbreitet und war Teil der russischen Desinformationsoperation "Storm-1516", die drei Monate lang gezielt in den Bundestagswahlkampf eingriff.
“Flaggen-Fauxpas um Bundestags-Vize Özoğuz”
Bild Online claimed SPD Bundestag vice-president Aydan Özoğuz had deliberately chosen a LinkedIn profile-photo crop that displayed the colours of the Palestinian flag. She was in fact standing in front of a German flag (black and red visible) with a teal-green background; no Palestinian flag was present and there was no evidence of intentional political messaging. Presserat Rüge 1190/24/1 (published 30 April 2025) for massive violations of Ziffer 1 (truthfulness) and Ziffer 2 (diligence). One of five rulings issued against Bild in the same session.
“Faeser plant Entlassung aller AfD-Mitglieder aus der Bundespolizei”
A Junge Freiheit article about a federal police intranet notice framed Interior Minister Faeser as planning blanket dismissal of all AfD members from the federal police ('Keine AfD-Polizisten'). The dpa-Faktencheck (30 January 2025) rated this false as amplified: the intranet notice merely reminded officers of existing civil-service law under which membership in an organisation classified as right-wing extremist could trigger individual disciplinary review. No automatic or blanket dismissal policy existed or was planned. The misleading framing gave rise to the viral false version widely circulated in AfD-adjacent networks.
“'Make Europe Great Again': Weidel jubelt über X-Post des schlausten Mannes der Welt”
Übernahme der Behauptung, der 'schlauste Mann der Welt' (YoungHoon Kim) rufe zur AfD-Wahl auf, allein auf Basis von Social-Media-Posts von AfD-Politikern — eine Recherche hätte schnell Zweifel geweckt; Weidel löschte den Post später selbst. Presserat-Rüge (Az. 0025/25/2, Ziffer 2 Pressekodex): unkritische Verstärkung einer AfD-freundlichen Falschmeldung. Der Artikel wurde grundlegend umgeschrieben, was die Rüge laut Presserat nicht abmilderte.
“Erfundene Behauptung: Lindner besitze 60-Millionen-Euro-Villa in Los Angeles”
Während der Waldbrände in Los Angeles verbreitete sich auf TikTok ein Video mit KI-generiertem Sprecher, das behauptete, Lindner besitze eine 60-Mio-Euro-Villa in LA, die bei den Bränden zerstört worden sei. CORRECTIV deckte auf: Das gezeigte Gebäude war der Apartmentkomplex 'Drake Terrace' mit über 80 Einheiten, nicht von den Bränden betroffen. Das Video bezeichnete Lindner als amtierenden Finanzminister, obwohl er seit über zwei Monaten entlassen war. Ein FDP-Sprecher stellte klar: 'Herr Lindner besitzt keine Immobilien in L.A.' Ähnliche Fake-Videos kursierten zeitgleich über Scholz und Baerbock.
“Merz-Zitat 'Wir müssen mehr arbeiten' fälschlich auf die Ukraine bezogen”
Ein echter Ausschnitt aus Merz' Vertrauensfrage-Rede (16.12.2024) wurde mit falschem Kontext verbreitet: Er habe gesagt, Deutsche müssten mehr arbeiten, 'weil die Ukraine Geld braucht'. Im Original ging es um die Stärkung der deutschen Wirtschaft; die Ukraine kam in dem Zusammenhang nicht vor. CORRECTIV: irreführend.
“Erfundenes Esken-Zitat bei Markus Lanz zum Magdeburg-Attentäter”
Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt (20.12.2024) kursierte ein Sharepic, wonach Esken bei Markus Lanz Verständnis für den Attentäter geäußert und sich gegen dessen Abschiebung ausgesprochen habe; allein auf TikTok über 420.000 Aufrufe, auch AfD-Politiker teilten es. CORRECTIV wies am 06.01.2025 nach, dass die Behauptung zeitlich unmöglich ist: Die letzte Lanz-Sendung 2024 lief am 18.12., also vor dem Anschlag; ein SPD-Sprecher bestätigte, das Zitat sei komplett erfunden. Auch dpa-Faktencheck (09.01.2025) widerlegte das Zitat. Einordnung: Tatsächlich hatte Esken nach dem Attentat lückenlose Aufklärung gefordert.
“Belästigungsvorwürfe gegen Grünen-Bundestagsabgeordneten Stefan Gelbhaar (Verdachtsberichterstattung)”
RBB reported sexual-harassment allegations against Green MdB Stefan Gelbhaar based centrally on a witness 'Anne K.' whose identity was never verified — the sworn statement was allegedly fabricated by a Green district politician. The LG Hamburg (Beschl. v. 20.01.2025, Az. 324 O 2/25) barred RBB from repeating core claims, finding the requirements for lawful Verdachtsberichterstattung were not met. RBB retracted parts of its coverage, apologized, paid Gelbhaar a six-figure settlement, and an external investigation report found 'serious errors', leading both chief editors to resign. Gelbhaar lost his constituency candidacy over the reporting.
“Habeck 'kein Bedauern' fuer Energiepolitik (ZEIT-Interview sinnentstellend veroeffentlicht)”
Bild published an article systematically distorting Habeck statements from a ZEIT interview: Habeck had said he had 'keine Reue, trotz der Luegen' (no regrets despite the lies directed at him), referring to the Bild-led media campaign against his ministry. Bild's headline reframed this as Habeck expressing 'kein Bedauern' (no remorse) for his own policy failures, reversing the meaning 180 degrees. Volksverpetzer documented the technique as a deliberate semantic reversal used repeatedly in Bild's anti-Habeck campaign: the quoted text was accurate in isolation but the framing converted a victim statement into an arrogance statement. No correction was issued.
“Bezahlter Hass: Parteien schalten irreführende Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram”
Die FDP-Bundestagsfraktion schaltete bezahlte Facebook-/Instagram-Anzeigen (rund eine Million Impressionen), die behaupteten, alle zwei Minuten gehe ein Arbeitsplatz in der Industrie verloren. Auf Nachfrage von CORRECTIV lieferte die Partei keinen belastbaren Beleg für die konkrete Zahl. Laut DIW-Industrieexperte Martin Gornig lag die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe Q3 2024 zwar 1,4% niedriger als zwei Jahre zuvor, von einem "Einbruch" könne aber keine Rede sein.
“FDP-Strategiepapier: 'D-Day — Ablaufszenarien und Maßnahmen' für den Ampel-Ausstieg”
Der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung veröffentlichten das interne FDP-Strategiepapier 'D-Day — Ablaufszenarien und Maßnahmen', das den minutiös geplanten Ausstieg der FDP aus der Ampelkoalition dokumentierte. Das Papier war am 5. November 2024 fertiggestellt worden — einen Tag vor Lindners Entlassung als Finanzminister. Generalsekretär Bijan Djir-Sarai trat am 29. November zurück, da er 'unwissentlich falsche Informationen' verbreitet hatte. Bundesgeschäftsführer Carsten Reymann trat ebenfalls zurück. Die Berichterstattung wurde durch die FDP-internen Rücktritte vollständig bestätigt.
“"FDP-Support als Redaktionsräson": Die "Bild" und Christian Lindner”
Übermedien dokumentierte, wie Bild während des Ampel-Bruchs (Nov. 2024) durchgängig günstig über Christian Lindner berichtete, u.a. mit der Meldung, Lindner habe Scholz Neuwahlen vorgeschlagen, was Scholz abgelehnt habe. Die Analyse verortet dies in einer seit 2021 dokumentierten Springer-internen Haltung (Döpfner-SMS: "FDP-Support ist Redaktionsräson"). Faktisch meist korrekt berichtet, aber die Auswahl/Rahmung war einseitig zugunsten der FDP.
“Insa-Politikerranking: Scholz auf historischem Tiefststand”
Bild's weekly Insa Politikerranking articles systematically misrepresented the polling data. In November 2024 Bild declared Scholz at an 'all-time low' despite his score (3.27) being higher than a September 2024 reading (3.24). The methodology further inflated negative impressions through non-zero-baseline bar charts, presenting average scores as percentages, and describing decimal-point fluctuations as 'Popularitaetseinbrueche.' Uebermedien documented the misleading graphic conventions across multiple installments and called the ranking 'Deutschlands unserioeosestes Politikerranking.' The affected parties included SPD (Scholz), AfD (Weidel/Chrupalla), and FDP (Lindner), all systematically distorted.
“Streitpunkt Ukrainekrieg: BSW in Sachsen erklärt Sondierung mit CDU und SPD für gescheitert”
Der Artikel berichtete, dass das BSW die Sondierungsgespräche in Sachsen wegen einer geforderten 'Friedensformel' zum Ukraine-Krieg sowie Streit über Migrationspolitik und Finanzfragen für gescheitert erklärte. Die zitierten Aussagen von BSW-Landeschefin Sabine Zimmermann decken sich mit dem offiziellen Parteivorstandsbeschluss vom 30.10.2024. Die Darstellung war sachlich korrekt, wenngleich die Gegenposition von CDU/SPD nur knapp wiedergegeben wurde.
“SPD plant Schmutzkampagne! Frauen sollen Angst vor Friedrich Merz schüren”
Focus Online berichtete unter der Überschrift 'SPD plant Schmutzkampagne!' gestützt auf angeblich 'mehrere Quellen', die SPD plane 100 Frauen Videoclips aufnehmen zu lassen, die 'Angst vor Friedrich Merz' ausdrücken sollten, um diese schrittweise in sozialen Medien zu verbreiten. Die Geschichte stammte von einem einzigen CDU-Insider und war frei erfunden. Focus Online löschte den Artikel noch in derselben Nacht und veröffentlichte eine vage Aktualisierung, in der keine klare Gegendarstellung oder Entschuldigung gegenüber der SPD zu finden war. Ein SPD-Sprecher bestätigte, man sei vor Veröffentlichung nicht konfrontiert worden; die SPD erwog laut Übermedien rechtliche Schritte. Der Fall wurde von Übermedien als Beispiel für das Versagen der Vorabprüfungspflicht bei politischen Kampagnenvorwürfen dokumentiert.
“Kiel verbietet das Rueckwaertsparken — Gruene planen neues Parkverbot”
Ippen-owned outlets (including Merkur.de and Gießener Anzeiger) published articles about an alleged Green-driven blanket ban on reverse parking in Kiel, attributing it to a Green politician named 'Anna Schubert' who does not exist in Kiel's city government, and quoting CDU criticism from 'Thomas Meyer' — also a non-existent local politician. The real proposal came from Gruene Mobilitaetsdezernentin Alke Voss, was far narrower (applying only to new facilities with four or more spaces), and had already been withdrawn before publication. Uebermedien documented both the non-existent politicians and the factually false description of the proposal; the suspected cause was AI-generated content. Ippen issued a quiet correction admitting 'Qualitaetskontrolle' failures but never identified the source of the invented politicians.
“Ampel-Grinch: Das Klima-Ministerium verbietet Weihnachtsbaeume (irreführende Kampagne gegen Habeck)”
In autumn 2024, NIUS and Bild ran a campaign portraying Economy Minister Habeck as an 'Ampel-Grinch' destroying Christmas traditions, featuring headlines about alleged bans on Christmas trees and artificial Christmas-market lighting. No such bans were planned; the framing extrapolated from advisory energy-efficiency documents to fabricate a Gruene war on Christmas. Uebermedien documented the campaign in 'Ampel-Grinch und Kinderbuchautor — wie Bild und Co gegen Habeck schiessen', noting Austrian press monitor Kobuk had counted Bild publishing negative Habeck stories multiple times daily throughout 2024. The campaign followed a consistent pattern: real documents were stripped of context and projected onto Habeck personally as the villain.
“Seit 2017 sind mehr als 52.000 Frauen Opfer von Sexualstraftaten durch Migrantentäter geworden”
NIUS reported that over 52,000 women had been victims of sexual offences by migrant suspects since 2017, citing a parliamentary question by CDU MP Christoph de Vries. The dpa-Faktencheck (31 October 2024) found the figure was false: de Vries's office had double-counted overlapping PKS statistical subcategories. The BKA confirmed the 52,000 figure 'does not exist' in official statistics; the actual count of female victims of rape/serious sexual assault with at least one non-German suspect (2017–2023) was 8,107. An earlier version of the NIUS article also incorrectly implied that 1,125 women were annually murdered in such attacks before that phrase was quietly deleted.
“Bundesbank verklagt Sahra Wagenknecht (gefälschter Titel — Krypto-Betrug)”
Ein komplett gefälschter Bild-Artikel behauptete, Wagenknecht habe bei Markus Lanz eine Kryptowährungs-Plattform beworben und werde von der Bundesbank verklagt. Laut schwedischer NGO Qurium führt die Spur zu einem russischen Betrugsnetzwerk. Weder hat Wagenknecht Kryptowährungen beworben noch wurde sie verklagt. Die Masche wurde in mindestens drei Varianten (August, Oktober, November 2024) wiederholt.
“Wie gefährlich war Ricarda Langs Taxifahrt?”
Bild Online showed then-Greens co-chair Ricarda Lang in a taxi after her wedding, claiming the driver wore a 'Palästinensertuch' (Palestinian keffiyeh) calling it a 'sign of Israel's enemies'. Five complainants pointed out the driver was wearing a green-and-white Saudi shemagh, not a black-and-white Palestinian keffiyeh. Bild made no attempt to confront the driver. Presserat Rüge 0809/24/2 (published 26 January 2025) for Ziffer 1 (truthfulness — the identification of the headwear was factually wrong), Ziffer 2 (speculation about political threat without evidence), and Ziffer 8 (personality protection of the identifiable driver).
“Erfundenes Scholz-Zitat über Ostdeutsche und Wiederaufbau der Mauer”
Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg verbreitete ein TikTok-Video mit über 600.000 Aufrufen ein angebliches Scholz-Zitat, wonach man 'die Mauer auch wieder aufbauen' könne und sich die Frage stelle, was besser sei — '12 Millionen Ostdeutsche oder 14 Millionen Ausländer'. CORRECTIV fand am 21.08.2024 keinerlei Beleg in Pressedatenbanken oder offiziellen Kanälen; ein Regierungssprecher bestätigte, das Zitat sei frei erfunden. Einordnung: Typisches Wahlkampf-Sharepic-Muster, das gezielt ostdeutsche Wählerinnen und Wähler ansprechen sollte.
“Das Bündnis Sahra Wagenknecht und das Rätsel der Vereins-Million”
CORRECTIV deckte auf, dass der Trägerverein 'BSW – Für Vernunft und Gerechtigkeit e.V.' vor der Parteigründung rund 1,4 Mio. Euro sammelte, aber bis dahin nur 80.463,64 Euro an die Partei weitergeleitet hatte; der Rest verblieb im Verein, der anders als Parteien keiner Spenden-Transparenzpflicht unterliegt. Verfassungsrechtlerin Sophie Schönberger bezeichnete die Konstruktion als 'Umgehungskonstrukt'. Die Recherche war faktisch fundiert und wurde von der Partei nicht bestritten; das BSW kündigte danach eine Offenlegung von Großspenden über 10.000 Euro an.
“Schupelius-Kolumne: Abgelehnte Asylbewerber duerfen bis zu acht Mal Beschwerde einlegen”
B.Z. columnist Gunnar Schupelius claimed in a widely-read opinion column that rejected asylum seekers 'koennen bis zu achtmal Rechtsmittel einlegen' before a definitive decision. German administrative law provides exactly three court instances; no eighth-level process exists. He further falsely stated all rejected applicants receive free legal representation (this applies only to detention-review proceedings), and overstated the number illegally present. The Presserat issued a formal Missbilligung (one step below a Ruege) in its December 2024 session. Uebermedien criticised the Presserat for under-reacting given the column's publication during the Bundestagswahlkampf on a dominant campaign topic. The framing amplified AfD/CDU migration narratives while implicitly attacking Gruene asylum policy.
“Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und die Verbreitung russischer Propaganda”
Mimikama warf dem BSW vor, systematisch prorussische Desinformation zu verbreiten. Zentrale Behauptungen waren fehlerhaft: Wagenknechts Angabe von 90 Mrd. Euro Verteidigungsausgaben entsprach der offiziellen NATO-Meldung; ihre Aussage zum Kinderkrankenhaus Ochmadyt wurde sinnentstellend wiedergegeben. Mimikama veröffentlichte am 16.08.2024 eine Richtigstellung und entschuldigte sich bei Wagenknecht und der Partei.
“Buergergeld ist zu hoch! / Buergergeld: Jeder 10. Empfaenger arbeitet schwarz”
In a series of near-identical articles from mid-2024, Bild falsely implied roughly four million 'erwerbsfaehige' Buergergeld recipients were simply unwilling to work. The Federal Employment Agency confirmed this framing was 'nicht zutreffend': the majority work but earn too little, attend education, or provide care. A companion headline claiming every tenth recipient engaged in undeclared work elevated a single professor's rough estimate to stated fact. The Presserat issued two public Ruegen: Az. 0772/24/1 (December 2024 session) for the 'schwarzarbeitet' headline, and a further ruling in March 2025, both for stigmatising an entire social group and breaching journalistic diligence (Ziffer 2). The Buergergeld was introduced by the SPD-led coalition.
“Sommerinterview-Social-Media-Clip: Weidel 'Menschen werden taeglich auf unseren Strassen umgebracht'”
After its Sommerinterview with AfD co-chair Alice Weidel, ZDF posted a social-media clip featuring her claim that 'Menschen werden taeglich auf unseren Strassen umgebracht' — false by official BKA homicide statistics. ZDF's own Faktencheck team published a separate online article the following day identifying the claim as 'Unsinn,' but the original social clip remained online without a fact-check label or correction link. Uebermedien documented the disconnect between ZDF's internal fact-checking apparatus and its distribution workflow as a case study in why fact-checks 'bring nothing if they are not read' alongside the original content — a structural failure that effectively amplified AfD campaign messaging.
“Multiple fabricated articles across cloned German news sites”
Russian state-sponsored disinformation operation 'Doppelgänger' created fake versions of FAZ, Spiegel, Welt, and SZ websites with fabricated anti-Grüne and anti-Ukraine articles. The Federal Foreign Office report (June 2024) documented the campaign reaching 38 million Germans. AI Forensics analysis confirmed state sponsorship. Particularly targeted pro-Ukraine parties (Grüne, SPD).
“Spahns Maskenbeschaffung 2020 (Open-House-Verfahren ohne Bedarfsprüfung)”
Spahn nannte die Vorwürfe wiederholt 'konstruiert'. Der 168-seitige Bericht der Sonderermittlerin Margaretha Sudhof bestätigte und verschärfte die berichteten Befunde (Beschaffung an allen üblichen Regeln vorbei, Warnungen eigener Beamter ignoriert); laut Bundesrechnungshof ~100 Lieferantenklagen mit 2,3 Mrd. € Streitwert. Der CDU-Haushälter Christian Haase verneinte ausdrücklich eine parteipolitische Motivation der Ermittlerin.
“1.125 Frauen starben 2023 infolge von Vergewaltigung oder sexueller Nötigung durch Asyl-Zuwanderer”
NIUS (and reitschuster.de) claimed that in 2023 alone 1,125 women had died as a result of rape or sexual assault by asylum-seeker suspects. The dpa-Faktencheck (27 June 2024) rated this false: official statistics recorded exactly two deaths from sexual crimes (§178 StGB) across all of Germany in 2023, with one German and one Afghan suspect. The 1,125 figure was the total count of all female victims of §177–178 sexual offences — which encompasses non-lethal cases — conflated with deaths. NIUS removed the 'bei denen sie ermordet werden' phrase after dpa inquiry. The migration-crime framing served the AfD campaign narrative in the lead-up to the 2024 state elections.
“Stark-Watzinger in der Kritik: Fördermittel-Affäre”
ARD "Panorama" deckte anhand interner Chats auf, dass im Bundesbildungsministerium unter Bettina Stark-Watzinger (FDP) geprüft wurde, Unterzeichnern eines Offenen Briefes gegen die Räumung eines pro-palästinensischen Protestcamps an der FU Berlin die Fördermittel zu entziehen. Das Ministerium bestritt zunächst Kenntnis der Ministerin, veröffentlichte Chats belegten jedoch ihre aktive Beteiligung. Die Berichterstattung erwies sich trotz anfänglichem Dementi als zutreffend; Staatssekretärin Sabine Döring wurde in den Ruhestand versetzt.
“Manipuliertes Kühnert-Posting: 'Kampf gegen Rechtssexuelle' statt 'Rechtsextreme'”
Ein Screenshot eines echten Instagram-Beitrags von SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert vom 08.03.2024 wurde digital verändert: Aus dem 'Kampf gegen Rechtsextreme' wurde ein 'Kampf gegen Rechtssexuelle'. CORRECTIV bewertete das Bild am 23.05.2024 als manipuliert und belegte die Fälschung u.a. anhand abweichender Schriftarten; ein SPD-Sprecher bestätigte den Fake und verwies auf das Original. Auch dpa-Faktencheck (17.05.2024) dokumentierte den ausgetauschten Wortlaut. Einordnung: Kühnert wurden bereits mehrfach erfundene Zitate untergeschoben, u.a. 2021 zum Springer-Verlag und seit 2019 ein Satire-Zitat über 'Enteignungen'.
“Habecks Geheimakten: Wie die Grünen beim Atomausstieg getäuscht haben”
Cicero reported, based on internal BMWK files, that Green ministry officials sidelined expert assessments in the 2022 decision against extending nuclear plant lifetimes. Habeck's ministry had fought disclosure for over 18 months; the VG Berlin (Urteile v. 22.01.2024, u.a. Az. VG 2 K 302/22) ruled the secrecy unlawful under the Umweltinformationsgesetz and forced release of the authentic documents (including Graichen emails), which grounded the reporting and later a Bundestag Untersuchungsausschuss. The documents' authenticity was undisputed; interpretive conclusions remained politically contested, but the party-side pushback against the reporting failed in court — a balance case.
“Grüne Polizei will sich um Reichelt 'kümmern'”
NIUS/Julian Reichelt claimed the Greens were building 'their own police' via the association PolizeiGrün, allegedly operating out of the party headquarters on the party's behalf. The Landgericht Hamburg issued an injunction requiring deletion of the headline, of the false claim that PolizeiGrün had offices in the Green party headquarters, and of a context-free tweet ('Die Grünen bauen in der Parteizentrale ihre eigene Polizei auf'). The court allowed harsher opinion-style characterizations to stand, so both sides claimed partial victory; the factual core (a party-run police) was untrue. Court reference: LG Hamburg 324 O 129/24.
“Aserbaidschan-Interview: Berliner Zeitung zeigt Verständnis für Autokratien (nach Friedrich-Forum in Baku)”
Übermedien documented a pattern of Berliner Zeitung under owner Holger Friedrich showing 'Verständnis für Autokraten, Impfgegner und Russlanderklärer' (Der Spiegel), with the Aserbaidschan interview (spring 2024) published after Friedrich attended a state-organized forum in Baku. In the same period Übermedien documented the paper's 'Mitmachjournalismus für Corona-Skeptiker' (uebermedien.de/97909), its Russia-sympathetic editorial line, and its framing of BSW and AfD positions more sympathetically than mainstream reporting. Bundespolitical correspondent Florian Warweg (formerly RT Deutsch) contributed content aligning with AfD-adjacent and Kremlin narratives. The Jüdische Allgemeine separately documented Friedrich 'instrumentalizing Jews' in editorial positioning. While classified as opinion-level bias rather than specific factual falsehoods, Übermedien's documented pattern of systematically favorable framing toward AfD-adjacent and authoritarian positions meets the Beat 2 criterion of independent assessor documentation.
“Zum ersten Mal sind mehr als die Hälfte aller Kriminellen Ausländer (Hamburg, Niedersachsen)”
NIUS headlined that for the first time more than half of all criminals in Hamburg and Lower Saxony were foreigners, supporting AfD-adjacent migration narratives. Übermedien (13 March 2024) identified a secondary-school-level arithmetic error: NIUS divided non-German suspects by German suspects only (yielding 48.3%) rather than by the total number of suspects; the correct figure for Lower Saxony was approximately 32.6%. NIUS quietly corrected the article without issuing a transparent editorial notice. The original erroneous figure had already circulated widely in AfD media by the time of the silent correction.
“Habeck will Gasnetze stilllegen”
Merkur.de claimed in two articles ('Habeck will Gasnetze stilllegen', 'Fehler wird wiederholt: Ampel will Aus für Gasnetze') that Economy Minister Habeck concretely intended to shut down gas distribution networks. The Deutscher Presserat found this a severe breach of the diligence requirement (Ziffer 2 Pressekodex): the underlying BMWK discussion paper only said decommissioning might become necessary if costs proved too high. The Presserat issued two Rügen at its June 11-13, 2024 session.
“Deutschland importierte im August 2023 mehr Strom als alle Windräder zusammen produzierten”
NIUS, amplified by Börse Online chief editor Frank Pöpsel in a widely-shared interview, claimed Germany in August 2023 imported more electricity than all 28,000 wind turbines produced — used to attack Grüne energy policy and the nuclear phase-out. The dpa-Faktencheck (12 April 2024) found this false: the claim counted only onshore wind while ignoring over 1,500 offshore installations, and compared gross imports without netting off exports. Actual Fraunhofer ISE data shows wind output (6.86 TWh) exceeded the net import surplus (5.85 TWh). Renewables covered 59.7% of Germany's electricity consumption in 2023 overall.
“Perspektivenvielfalt in ÖRR-Nachrichten: AfD in <5% der Beiträge, fast ausschließlich negativ”
Uni-Mainz-Studie 'Fehlt da was?' (Maurer/Kruschinski/Jost, ~10.000 Beiträge, 9 ÖRR-Formate + 38 Privatmedien, April-Juni 2023, gefördert von der Stiftung Mercator): Die AfD kam in unter 5% der Beiträge vor, fast ausschließlich in negativem Kontext — ABER alle Parteien wurden überwiegend negativ dargestellt, und der ÖRR war insgesamt nicht einseitiger als Privatmedien. Die AfD zitierte die Studie selektiv als Beleg für einen 'Links-Drall'; die Studienautoren widersprechen dieser Lesart ausdrücklich.
“Polizei rüstet sich für mögliche Eskalation vor dem Bürgerhaus ('linksautonome Radikale und Extremisten')”
NWZonline behauptete, 'linksautonome Radikale und Extremisten' hätten sich zur Demo gegen einen AfD-Bürgerdialog angekündigt, inkl. eines kurdischen Frauennetzwerks mit angeblichen PKK-Kontakten. Weder Demo-Anmelder noch Polizei hatten solche Hinweise. Presserat-Rüge wegen Ziffer 2 und Ziffer 3 (auch die Korrektur war mangelhaft), Pressemitteilung 14.06.2024.
“AfD-Geheimplan: Deportation von Millionen Menschen”
CORRECTIV's investigation revealed a meeting in Potsdam (November 2023) where AfD politicians and identitarian extremists discussed 'remigration' plans for millions of people including German citizens with migration background. ARD's reporting was factually accurate per CORRECTIV's documentation and court rulings (Hamburg District Court confirmed CORRECTIV's reporting in AfD lawsuit).
“Berichterstattung zum Potsdamer Treffen: 'Ausweisung von Staatsbürgern' besprochen (Bezug Vosgerau)”
OLG Hamburg (Beschluss 23.07.2024, Az. 7 W 78/24) untersagte per einstweiliger Verfügung die Formulierung, in Bezug auf den Teilnehmer Ulrich Vosgerau sei beim Potsdamer Treffen die 'Ausweisung von Staatsbürgern' besprochen worden — in dieser Form eine unwahre Tatsachenbehauptung; Vosgerau war über Verlinkung identifizierbar.
“'Deportation von Millionen Menschen, auch solchen mit deutscher Staatsbürgerschaft' geplant”
LG Hamburg (einstweilige Verfügung Okt. 2024, Az. 324 O 439/24, Antragsteller Vosgerau) wertete die ZDF-Formulierung als unwahre Tatsachenbehauptung — auch CORRECTIV selbst stellte klar, die Teilnehmer hätten 'keine rechtswidrige Deportation deutscher Staatsbürger diskutiert'. Das ZDF entfernte den Beitrag aus der Mediathek.
“Die Grenzen des Wachstums sind erreicht (ÖRR-Vielfaltsumfrage)”
Der Artikel stützte die CDU-Forderung nach mehr 'Vielfalt' im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auf eine NDR-Umfrage, die das nicht hergab: Nur 19% der Befragten hielten die Programme für 'eher konservativ'; ein Ungleichgewicht ließ sich daraus nicht ableiten. Presserat-Rüge (Ziffer 2, Sitzungsrunde März 2024; Aktenzeichen in der PM nicht genannt).
“Erfundenes Esken-Zitat: AfD-Verbot 'zum Schutz der SPD'”
Auf X und Facebook wurde SPD-Chefin Saskia Esken das Zitat zugeschrieben, ihre Partei werde 'alles dafür tun, die AfD für verfassungsfeindlich zu erklären', um zu verhindern, dass die SPD weitere Wähler an die AfD verliere; als Quelle wurde ein NTV-Interview vom 11.01.2024 angegeben. CORRECTIV bewertete das Zitat am 17.01.2024 als frei erfunden; NTV und ein SPD-Sprecher bestätigten, dass Esken dies nie sagte — im echten Interview verwies sie auf die Prüfzuständigkeit der Verfassungsschutzbehörden. Auch dpa-Faktencheck kam zum selben Ergebnis. Einordnung: Das Falschzitat verdrehte eine reale Verbotsdebatte in ein parteitaktisches Eigeninteresse.
“LG Hamburg 324 O 217/17 — Kontextfall: Höcke darf nicht als 'vom Gericht zum Faschisten erklärt' bezeichnet werden (AfD-Unterlassungssieg gegen Czaja)”
Das LG Hamburg erließ im März 2020 (Az. 324 O 103/20) eine einstweilige Verfügung: FDP-Politiker Sebastian Czaja durfte nicht behaupten, 'ein Gericht' habe Höcke 'zum Faschisten erklärt'. Tatsächlich hatte das VG Meiningen (Az. 2 E 1194/19 Me) nur geurteilt, es sei ein zulässiges Werturteil, Höcke einen Faschisten zu nennen — nicht aber, dass ein Gericht ihn selbst so eingestuft habe. Die Falschbehauptung wurde von NDR und anderen Medien übernommen und weitertransportiert. Einordnung: Dieser Fall zeigt, wie eine korrekte Gerichtsentscheidung (Faschist-Bezeichnung = zulässige Meinungsäußerung) in der Medienberichterstattung zu einer falschen Tatsachenbehauptung ('Gericht erklärt Höcke zum Faschisten') verdichtet und so presserechtlich angreifbar wurde. Das LG Hamburg korrigierte diese Übervereinfachung.
“Geheimplan gegen Deutschland — 'Masterplan zur Ausweisung deutscher Staatsbürger'”
LG Berlin II (Urteil 17.03.2026, Az. 27 O 379/25, Klage der AfD-MdB Gerrit Huy) untersagte drei Kernaussagen der Potsdam-Recherche: Die 'Masterplan'-Aussage sei jedenfalls auch Tatsachenbehauptung, und Lesern sei vorenthalten worden, dass Sellner eine Zwangsausreise von Doppelstaatlern ausdrücklich ausschloss. Nicht rechtskräftig — CORRECTIV ist in Berufung, und das LG Hamburg entschied im Dezember 2025 gegenteilig (siehe mr-030). Die widersprüchlichen Urteile zeigen den umkämpften Grenzbereich zwischen zulässiger Wertung und Tatsachenbehauptung.
“Geheimplan gegen Deutschland — Hauptsacheklagen Vosgerau & Mörig abgewiesen”
LG Hamburg Pressekammer (Urteile 19.12.2025, Az. 324 O 6/25 und 324 O 7/25) wies die Hauptsacheklagen gegen die Kernformulierungen der Potsdam-Recherche vollständig ab: Die wertende Zusammenfassung ('Ausweisung' für Sellners 'Anpassungsdruck durch maßgeschneiderte Gesetze') sei zulässiges Werturteil bei überragendem öffentlichem Interesse. Bereits zuvor wies das OLG Hamburg Eilrechts-Beschwerden zurück (Az. 7 W 34/23, 7 W 33/24). Nicht rechtskräftig; steht im Kontrast zum LG Berlin II (mr-022).
“Landgericht stuft Letzte Generation als kriminelle Vereinigung ein”
Zeit Online reported that a Munich court had 'classified' Letzte Generation as a criminal organisation. The LG München I had only found grounds for an initial suspicion (Anfangsverdacht) sufficient for a search warrant — a much lower threshold that does not constitute a legal classification. Zeit Online later corrected the body text but never changed the misleading headline. Presserat Rüge (March 2024 session, Az. 1004/23/1) for Ziffer 2 (diligence). Five other outlets received identical rulings for the same mistake (Welt, B.Z., Rheinische Post, Sächsische Zeitung). Although Letzte Generation is not a party, its climate-protest activities were a central political battleground in 2023-24 closely associated with Green Party positions; the systematic criminalisation framing damaged political discourse around those positions.
“Vorermittlungen gegen Grünen-Stadtrat”
BILD.DE reported under 'Vorermittlungen gegen Grünen-Stadtrat' and 'Generalstaatsanwalt ermittelt gegen Ex-Grünen-Stadtrat' about a Green local politician suspected of Holocaust trivialization without giving him any opportunity to respond. The Deutscher Presserat ruled this a severe violation of journalistic diligence (Ziffer 2 Pressekodex) and issued a Rüge (Az. 0299/24/4) at its June 2024 session, published October 24, 2024.
“Linken-Politiker rechtfertigt Diebstahl durch Migranten: 'Holen sich zurück, was ihnen zusteht'”
Deutschland-Kurier verbreitete ein Zitat des Linke-Abgeordneten Ferat Koçak, das suggerierte, er rechtfertige Diebstahl durch Migranten. Koçak hatte ein ironisches Wortspiel mit dem Firmennamen EDEKA ('Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler') gemacht und im folgenden Satz eingeschränkt: 'Aber so einfach ist das nicht zu erklären.' Gegenüber CORRECTIV stellte er klar: 'Selbstverständlich bin ich gegen Diebstahl jeder Art.' Der entscheidende Kontext wurde in der Berichterstattung weggelassen.
“Höcke-Rede zeigt: AfD ist eine bürgerliche Partei”
Welt opinion piece presented Höcke's rhetoric as 'bürgerlich' (bourgeois/mainstream) despite the Verwaltungsgericht Meiningen ruling (2 E 1194/19 Me) that calling Höcke a fascist is a constitutionally protected factual assessment. The Presserat received complaints; while individual opinion pieces are protected, the framing omitted the court ruling context.
“Erfundenes Weidel-Zitat: Abschaffung der Witwenrente”
Weidel wurde ein Zitat zur Abschaffung der Witwenrente untergeschoben — dieselbe Fälschung war zuvor Annalena Baerbock zugeschrieben worden. CORRECTIV-Faktencheck (27.10.2023): Zitat frei erfunden, weder von Weidel noch von Baerbock. Anti-AfD-Fälschung — Gegengewicht zu mr-028.
“Bündnis Wagenknecht – Amira Mohamed Ali mit einer eklatanten Fehleinschätzung”
Kommentatorin Jana Frielinghaus kritisiert eine Aussage von BSW-Mitbegründerin Amira Mohamed Ali, die die Zusammenarbeit von CDU und AfD im Thüringer Landtag als 'ganz normales parlamentarisches Vorgehen' bezeichnet und einen Bruch der 'Brandmauer' verneint hatte. Der Kommentar wertet dies als 'eklatante Fehleinschätzung', da eine rot-rot-grüne Kompromisslösung verfügbar gewesen sei. Es handelt sich um einen Meinungsbeitrag, keine widerlegte Tatsachenbehauptung.
“Mission Lifeline wird von Verein mitfinanziert, dessen Vorsitzender Partner von Grünen-Politikerin Göring-Eckardt ist”
Reichelt behauptete auf NIUS und YouTube, die Seenotrettungsorganisation Mission Lifeline werde von United4Rescue finanziert, deren Vorsitzender Thies Gundlach der Partner von Grünen-Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt ist. Tatsächlich sind United4Rescue und Mission Lifeline separate Organisationen ohne Finanzierungsbeziehung. Mission-Lifeline-Vorsitzende Hermine Poschmann klagte auf Unterlassung und Gegendarstellung; das LG Berlin II verhängte ein Zwangsgeld von 5.000 Euro (ersatzweise 10 Tage Haft), weil Reichelt die vom Gericht angeordnete Gegendarstellung nicht ordnungsgemäß veröffentlichte — er löschte stattdessen den Nius-Artikel, überspielte das Video mit Musik und versteckte die Gegendarstellung in der YouTube-Beschreibung. Die Landesmedienanstalt Berlin-Brandenburg eröffnete ein Prüfverfahren wegen journalistischer Sorgfaltspflichtverletzungen.
“IPCC-Revision beweist: Klimaprognosen waren uebertrieben (koordinierte Falschberichterstattung)”
LobbyControl documented a pattern in 2023-2024 across Welt, Bild, Cicero, Focus Online, and Berliner Zeitung where all outlets, often citing each other, falsely characterised the IPCC's revision of an extreme model scenario (RCP 8.5) as a retraction of climate crisis warnings. Cicero was identified as a key amplifier, publishing guest commentary from climate sceptics and misquoting IPCC scientists; Focus and Berliner Zeitung republished the false narrative. LobbyControl concluded this constituted a 'koordinierte Klima-Desinformationskampagne' contrary to the scientific consensus underlying Gruene energy and climate policy. No outlet published corrections. See also mr-143 (Welt/Bojanowski).
“IPCC-Revision zeigt: die Klimakrise ist nicht so schlimm wie behauptet (Serienberichterstattung 2023-2024)”
WELT Chefreporter Wissenschaft Axel Bojanowski published a series of articles misrepresenting the IPCC's revision of one extreme emissions scenario (RCP 8.5) as evidence that climate science had exaggerated the climate crisis. Multiple climate scientists — including Stefan Rahmstorf (PIK) and Anders Levermann — publicly challenged Bojanowski's interpretation, stating he had 'distorted the facts for decades.' LobbyControl documented the series as part of a coordinated campaign by Welt, Bild, Focus, and Cicero spreading false climate information, and identified it as agenda-setting contrary to the scientific consensus underlying Gruene climate policy.
“Beschlossen! Wagenknecht gründet ihre eigene Partei”
Vier Monate vor der tatsächlichen Gründung präsentierte Bild am Sonntag die Parteigründung als 'beschlossen', gestützt nur auf anonyme Quellen aus Wagenknechts Umfeld; parallel dazu räumte Die Zeit der Spekulation ('Das Rätsel Wagenknecht') eine Titelgeschichte mit '90 Prozent Wahrscheinlichkeit' ein. Übermedien kritisierte, dass beide Blätter über 2.000 Artikel zu einer noch nicht existierenden Partei ohne Programm, Mitglieder oder Finanzstruktur produzierten und damit faktisch unentgeltliche Werbung für ein Personenprojekt betrieben.
“Reichelt-Tweet: 'Deutschland zahlte 370 Millionen Euro Entwicklungshilfe an die Taliban'”
Julian Reichelt behauptete auf X, Deutschland habe 'in den letzten zwei Jahren 370 MILLIONEN EURO Entwicklungshilfe an die TALIBAN' gezahlt — tatsächlich gingen die Afghanistan-Hilfsgelder an NGOs und UN-Organisationen, nicht an die Taliban. Das von SPD-Ministerin Svenja Schulze geführte BMZ klagte auf Unterlassung; das Kammergericht Berlin untersagte die Aussage als unwahre Tatsachenbehauptung, doch das Bundesverfassungsgericht hob dies auf (Beschluss vom 11.04.2024, Az. 1 BvR 2290/23): Im Kontext des verlinkten Nius-Artikels sei der Tweet eine zulässige, überspitzte Meinungsäußerung; der Staat müsse auch scharfe und polemische Kritik aushalten. Das BMZ zog die Klage danach zurück. Einordnung: Karlsruhe bewertete nicht die sachliche Richtigkeit der Taliban-Zuschreibung, sondern stufte sie als geschützte Wertung ein.
“Klima-Desinformation: Vahrenholt und NIUS verfälschen Energiedaten und Klimawissenschaft”
NIUS, via a column by SPD member and former RWE executive Fritz Vahrenholt, claimed Germany became a net electricity importer after the nuclear shutdown (April 2023) as a result of Grüne energy policy, and that Germany was driving up global gas prices causing coal expansion in Asia. NIUS also characterised the ESA 'Sicily heatwave 48°C' story as 'the biggest climate lie of the year', asserting journalists knowingly misreported ground temperature as air temperature. The tagesschau Faktenfinder (August 2023) assessed these claims as false and deliberately misleading ('gezielt Irreführend'), consulting Albert Denk at FU Berlin's Environmental and Climate Policy unit; actual 2023 data showed Germany had net electricity export months and that renewable energy covered 59.7% of consumption.
“Geisterfahrt bei der politischen Führung – Ärger bei Linken über Carola Rackete”
WELT berichtete im August 2023 zutreffend über parteiinterne Kritik an der Nominierung von Carola Rackete als Europawahl-Spitzenkandidatin der Linken, unter anderem durch den Linken-Abgeordneten Klaus Ernst, der von einer 'Geisterfahrt der politischen Führung' sprach. Der Presserat-Vorwurf betraf nicht den Artikelinhalt selbst, sondern ehrverletzende Leserkommentare unter dem Beitrag, die sich abwertend über Racketes Aussehen äußerten und trotz Kenntnis nicht von der Redaktion gelöscht wurden. Der Deutsche Presserat rügte welt.de am 28. Februar 2024 wegen Verstoßes gegen Ziffer 9 (Schutz der Ehre) des Pressekodex, da Redaktionen laut Richtlinie 2.7 auch für nutzergenerierte Kommentare verantwortlich sind.
“Der Stopp vom Heizungsgesetz geht allein auf das Konto der FDP”
Volksverpetzer dokumentierte, wie FDP-Politiker (u.a. Fraktionschef Christian Dürr) öffentlich Fragen zum Gebäudeenergiegesetz aufwarfen, die im eigenen Koalitionsausschuss bereits geklärt worden waren, und ein "Heizverbot" beklagten, obwohl die FDP dem Gesetzentwurf zuvor selbst zugestimmt und ihn gelobt hatte. Die wiederholte Nachverhandlung durch die FDP führte zu dem kurzfristigen Entwurf, gegen dessen Abstimmungsfrist die Unionsfraktion später erfolgreich vor dem Bundesverfassungsgericht klagte.
“Heiz-Hammer aus Brüssel! EU plant Heizverbot noch strenger als Habeck”
Bild behauptete, die EU plane ein noch strengeres Heizverbot als die Bundesregierung. Die EU-Kommission sah sich am 8. Juni 2023 gezwungen, die Berichterstattung auf Twitter offiziell als 'irreführend' zu bezeichnen — ein beispielloser Vorgang. Der EU-Vorschlag war technologieneutral, erlaubte weiterhin neue Gasheizungen in Kombination mit Solarthermie, und sollte erst ab 2029 gelten. Eine Studie der Universität Mainz ('Aufgeheizte Debatte?', April 2024) analysierte 2.036 Artikel und fand überwiegend negative, einseitige Bewertung des GEG. Die FDP nutzte die so erzeugte Stimmung, um das im Koalitionsvertrag mitverhandelte Gesetz zu blockieren.
“Heizungs-Hammer: Grüne wollen Hausbesitzer enteignen”
No expropriation mechanism was in the GEG draft. The law concerned new heating installations in new buildings (from 2024) and existing buildings (phased from 2028). Media researchers at Hamburg University documented Bild's GEG coverage as running 78% negative toward Grüne vs. 45% negative for comparable CDU policy coverage.
“Vier Millionen Öl- und Gasheizungen erreichen Alter der Austauschpflicht”
FOCUS Online (like BR, Spiegel and Welt) reported in June 2023 that four million oil and gas heating systems would hit the GEG replacement-obligation age in 2024. The Volksverpetzer fact check showed only about 12,400 systems (0.3%) actually fell under a mandatory replacement duty, because roughly 1.55 million were exempt as owner-occupied one/two-family homes and ~440,000 as condensing/low-temperature boilers; the government's own inquiry answer had been misread. Exemptions were mentioned only deep in body text, leaving a false headline impression during the Heizungsgesetz debate.
“Habeck will Energie-Stasi einsetzen”
Bild claimed the Gebäudeenergiegesetz would create 'energy police' inspecting private homes. No such enforcement mechanism existed in the draft law. The claim originated from CDU opposition rhetoric (Carsten Linnemann) and was presented as fact. Otto Brenner Stiftung media study documented this as part of a systematic negative campaign.
“Habecks Heizungsgesetz kostet jeden Haushalt 300.000 Euro”
FAZ reported extreme cost estimates for the GEG based on a worst-case industry calculation that assumed simultaneous replacement of all heating systems. The actual phased transition meant costs spread over decades. FAZ later published a correction acknowledging the figures were a theoretical maximum, not expected costs.
“Institut warnt: Habecks Wohn-Hammer kostet uns 1.000 Milliarden”
Bild claimed the RWI institute warned that Habeck's building-energy reform would cost one trillion euros. A taz fact check found the cited RWI and economist Manuel Frondel distanced themselves: the figure was a rough gross estimate given with major caveats Bild omitted — it assumed replacement of all oil/gas heaters plus insulation by 2045, and most of those heaters would need replacing within 20-30 years even without the law. RWI said the number 'was not intended for publication' with the caveats stripped.
“'Heiz-Hammer'-Serienberichterstattung zum Gebäudeenergiegesetz (Feb-Okt 2023)”
An academic content analysis of 2,036 articles in 19 outlets ('Aufgeheizte Debatte?', Jost/Mack, Universität Mainz for Das Progressive Zentrum, April 2024) found German GEG coverage overall contained significantly more correct than false information — with Bild as the named exception among mainstream media. Bild spread substantial misinformation, used inflammatory framings like 'Heizhammer' and 'Heizverbot' that further heated the debate, and portrayed the Greens almost exclusively negatively. This campaign-level academic assessment complements the individual Bild article cases already in the database.
“Habeck will Öl- und Gas-Heizungen verbieten”
Bild's headline implied an immediate ban on all oil/gas heating. The actual draft (GEG amendment) was a phased transition for new installations from 2024, with long transition periods for existing systems. CORRECTIV rated the framing as misleading because it omitted the phase-in timeline and exemptions.
“Media-Tenor-Analyse: 50% der Tagesthemen-Kommentar-Urteile zur Union negativ (2012-2021)”
Media-Tenor-Auswertung von ~1.000 Tagesthemen-Kommentaren (2012-2021) und 18.805 Beiträgen in Tagesschau/heute/RTL Aktuell (2021-22): 50% der Kommentar-Urteile zur Union negativ; Grüne und SPD erhielten die höchsten Anteile positiver Beiträge, AfD die negativsten. Einordnung: Media Tenor ist ein kommerzielles Institut, keine peer-reviewte Wissenschaft; Kommentare sind zudem Meinungsformate.
“Rot-Grün bereitet Wahl-Klau gegen die CDU vor”
Nach der Berliner Wahlwiederholung suggerierte BILD.DE mit 'Wahl-Klau', eine Koalitionsbildung an der stärksten Partei (CDU) vorbei wäre illegitim oder rechtswidrig — Koalitionsbildung jenseits des Wahlsiegers ist rechtlich völlig zulässig. Presserat-Rüge Az. 118/23/1 (Ziffer 2, journalistische Sorgfalt); Bilds Verteidigung als 'pointiert-zugespitzt' wurde verworfen. Pro-CDU-Framing (CDU als Opfer).
“Strack-Zimmermann will deutsche Soldaten in die Ukraine schicken (virale Behauptung zu ARD-Interview)”
Ein auf TikTok kursierender Ausschnitt eines ARD-Interviews mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) wurde so verbreitet, als habe sie angedeutet, deutsche Soldaten in den Ukraine-Krieg schicken zu wollen. Tatsächlich beschrieb sie nur, welche Eigenschaften ein Verteidigungsminister mitbringen sollte. Sie selbst nannte die Behauptung "absurd" und stellte eine Beteiligung deutscher Soldaten klar aus.
“Grüne Autohasserin (36) kontrolliert jetzt VW / Autohasserin kam per Auto”
Bild (print and Bild+Online) ran two articles labelling newly appointed VW supervisory board member Julia Willie Hamburg — Lower Saxony's Green deputy minister-president — an 'Autohasserin' (car-hater). The publisher defended the characterisation as legitimate comment on Green Party transport policy. Presserat Rüge 0866/22/1 (published 19 June 2023) for Ziffer 2 (diligence) and Ziffer 9 (protection of honour): the label went beyond permissible pointed opinion into dishonour, and was factually unsupported — Hamburg had never called for banning cars. The coverage triggered online harassment and threats against Hamburg.
“Habeck will Industrie abschalten (Headline aus Kontext gerissen)”
Welt published a headline implying Economy Minister Habeck was willing to 'shut down German industry.' The full speech text showed the opposite: Habeck was explaining that he would take precautionary measures to prevent an oil shortage even before one materialised. The misleading headline, extracted from a single context-stripped sentence, was immediately amplified by AfD social media accounts and Russian state broadcaster RT. Volksverpetzer assessed the headline as deliberately designed to mislead through selective quotation, while the in-article body text was technically accurate — a documented case of headline-body divergence used to drive political narrative.
“Geheime SMS: Christian Lindners Porscheproblem”
netzpolitik.org berichtete über acht SMS und zwei Telefonate zwischen Finanzminister Lindner und Porsche-CEO Oliver Blume zum Thema E-Fuels. Lindner hatte Blume um 'argumentative Unterstützung' gebeten. Blume prahlte, er habe 'sehr großen Einfluss' gehabt, dass E-Fuels in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurden. Das Bundesfinanzministerium verweigerte über zweieinhalb Jahre die Herausgabe der SMS. abgeordnetenwatch.de klagte auf Basis des Umweltinformationsgesetzes. Am 27. März 2025 entschied das Verwaltungsgericht Berlin (Az. VG 2 K 60/23), dass die SMS herausgegeben werden müssen. Am 27. Mai 2025 bestätigten die veröffentlichten SMS die Berichterstattung vollständig.
“Habeck bettelte Frankreich um Atomstrom an”
Bild and affiliated outlets reported that Economy Minister Habeck had 'begged' France for nuclear electricity during the 2022 energy crisis. CORRECTIV and Volksverpetzer established the claim was false: Habeck's letter to his French counterpart asked whether French nuclear capacity could be made available to help the French grid — which was collapsing due to domestic reactor outages — not for Germany's own supply. Germany was a net electricity exporter to France throughout 2022, exporting 17.1 TWh. The story was recirculated in December 2024 and again rated false by CORRECTIV, but Bild published no correction.
“Abgehoben auf Sylt — Kritik an Lindner-Hochzeit in der Energiekrise”
Die Medienberichterstattung über Lindners Hochzeit mit Welt-TV-Chefreporterin Franca Lehfeldt auf Sylt thematisierte den Kontrast zwischen Luxusfeier (Friedrich Merz reiste per Privatjet an) und Sparappellen während der Energiekrise. Übermedien kritisierte zuvor die Doppelrolle Lehfeldts als Politikjournalistin und Lindner-Partnerin ('Und nun live zur Verlobten des FDP-Vorsitzenden'). ver.di fragte nach dem Interessenkonflikt. Die Berichterstattung war überwiegend politischer Kommentar und Medienkritik — die zugrunde liegenden Fakten waren unbestritten.
“Buschmann prüft geringere Strafen fürs Schwarzfahren”
Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) behauptete im WAZ-Interview, Schweden habe die Ersatzfreiheitsstrafe "praktisch abgeschafft". Die Aussage wurde unkommentiert von Nachrichtenagenturen übernommen. Kriminalwissenschaftler:innen und das Komitee für Grundrechte und Demokratie wiesen in einem offenen Brief nach, dass Schweden die Ersatzfreiheitsstrafe nie abgeschafft hatte (2019 kamen nur 13 von 63.658 Fällen mit Geldstrafen zu einer Inhaftierung) und forderten eine Korrektur.
“Kritik an Kanzler Scholz' Zögern im Ukraine-Krieg (Serienberichterstattung Feb-Mai 2022)”
The Otto Brenner Stiftung study 'Die Qualität der Medienberichterstattung über den Ukraine-Krieg' (Maurer/Jost/Haßler, Uni Mainz/LMU, 2023; 4,292 items from FAZ, SZ, Bild, Spiegel, Zeit, Tagesschau, heute, RTL Aktuell) found Chancellor Scholz was evaluated 'außerordentlich negativ' especially in Bild and Spiegel, while Green ministers Baerbock and Habeck were the only German politicians covered predominantly positively. The study documents an evaluative negativity skew against the SPD chancellor rather than factual falsehoods, so it is classified as opinion-based imbalance identified by an academic media study.
“Lauterbach: Intensivstationen waren nie überlastet”
Bild titelte online und in print, Gesundheitsminister Lauterbach habe gesagt, die Intensivstationen seien 'nie überlastet' gewesen. Tatsächlich stammte die Aussage aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage von Wolfgang Kubicki (FDP), die klarstellte, dass es keine bundesweite gleichzeitige Überlastung gab, wohl aber regionale Überlastungen im Frühjahr und Herbst 2021 mit notwendigen Patientenverlegungen. CORRECTIV bewertete die Überschrift am 22.02.2022 als 'falsche Überschrift', da sie Lauterbach ein Zitat unterschob und der relevante Kontext hinter der Paywall lag; Bild verteidigte die Überschrift gegenüber Übermedien als zulässige Zuspitzung. Einordnung: Die zugrunde liegenden Ministeriumsangaben waren korrekt — irreführend war die persönliche Zuschreibung an Lauterbach und die Verkürzung.
“Erfundenes Lauterbach-Zitat: Impfpflicht aus 'Dankbarkeit' gegenüber Biontech”
Ein manipulierter WDR-Tweet vom 19.03.2021 wurde so verändert, dass Gesundheitsminister Lauterbach gesagt haben soll, Deutschland stehe 'ewig in der Schuld von Biontech' und die Impfpflicht sei 'als Dankbarkeit geschuldet'. CORRECTIV bewertete das Zitat am 24.01.2022 als frei erfunden; WDR und Bundesgesundheitsministerium bestätigten die Fälschung. Einordnung: Lauterbach war während der Pandemie eines der häufigsten Ziele gefälschter Zitat-Kacheln im Design seriöser Medien (v.a. WDR aktuell); CORRECTIV dokumentierte eine ganze Serie solcher Fakes.
“Zu Risiken & Corona-Nebenwirkungen fragen Sie nicht Sahra Wagenknecht!”
Volksverpetzer überprüfte Wagenknechts Aussagen bei Anne Will (31.10.2021) zu Corona-Impfungen und identifizierte faktische Fehler: Sie bezeichnete Long-Covid-Folgen als 'umstritten' (widerlegt durch Lancet-Studie August 2021); behauptete, Impfen habe 'nichts mit Solidarität zu tun' (RKI-Daten zeigten reduziertes Übertragungsrisiko). Hinweis: Wagenknecht war zum Zeitpunkt noch Mitglied der Fraktion DIE LINKE; BSW wurde erst am 08.01.2024 gegründet.
“Scholz ist der Cum-Ex-Kanzler”
During the 2021 election campaign, Bild ran extensive coverage framing Scholz's involvement in the Hamburg Cum-Ex affair (Warburg Bank tax scandal). While Scholz's 'memory gaps' before the parliamentary committee are factually documented, the 'Cum-Ex-Kanzler' framing was editorial. Noteworthy: Bild coverage intensity dropped sharply after the election, suggesting campaign-cycle motivation rather than investigative commitment.
“Erfundenes Söder-Zitat: Sorgerechtsentzug für Eltern ungeimpfter Schulkinder”
Ein manipuliertes Bild im Tagesschau-Design legte Söder das Zitat in den Mund, Eltern ungeimpfter Schulkinder seien 'nicht mehr erziehungsberechtigt'. Söder hat das nie gesagt; die CSU sprach von einem 'abstrusen Fake-Zitat'. AFP wies die Bildmanipulation nach; CORRECTIV: falsch.
“'Linksradikale Methoden': Welt diffamiert FDP-nahe Aktivisten der 'Operation Heuss'”
Welt bezeichnete die FDP-nahe Aktivisten-Gruppe 'Operation Heuss' als Anwender 'explizit linker bis linksradikaler Methoden', die nur Gefahren für die Demokratie 'von rechts' sähen und eine 'Meinungspolizei' innerhalb der FDP bildeten. Auf Proteste der Gruppe hin räumte Welt mehrere sachliche Fehler ein und nahm stille Korrekturen vor: Ein fälschlich Lindner zugeschriebenes Zitat wurde durch eine Aussage von Wissings Pressesprecherin ersetzt; die Behauptung, die Gruppe agiere ausschließlich gegen Rechts, wurde nach Nachweis ihrer Engagement für Raif Badawi, Belarus und Hongkong geändert. Die Korrekturen erfolgten ohne Kennzeichnung als solche ('klammheimlich'). Übermedien dokumentierte das Muster als Beispiel für stealth editing ohne Transparenz gegenüber den Lesern.
“Ein Feindbild ist kein Gegenprogramm – Sahra Wagenknecht teilt in 'Die Selbstgerechten' gegen die Falschen aus”
Rezensentin Dafni Tokas kritisiert Wagenknechts Bestseller 'Die Selbstgerechten' als Konstruktion eines Feindbilds ('Lifestyle-Linke') statt einer strukturellen Analyse der Ursachen sozialer Ungleichheit; sie wirft Wagenknecht vor, mit ähnlichen identitätspolitischen Mustern zu arbeiten, die das Buch selbst anprangert. Es handelt sich um eine argumentative Literaturkritik, keine Tatsachenbehauptung wurde widerlegt.
“Maskenaffäre: Nüßlein und Löbel ziehen Konsequenzen”
SZ's reporting on the CDU/CSU Maskenaffäre (Georg Nüßlein receiving €660K through Tectum Holding, Nikolas Löbel's mask deals, Alfred Sauter's €1.2M) was factually accurate and led to resignations. This is an example of accurate investigative reporting with appropriate negative tone — the negative framing was proportional to documented corruption. Transparency International used these cases in teaching materials about parliamentary corruption.
“Verfassungsschutz stuft AfD als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein”
German outlets led by ARD reported in March 2021 that the Bundesamt für Verfassungsschutz had classified the AfD as a right-wing-extremist 'Verdachtsfall'. The AfD denounced the reporting and classification as politically motivated defamation and sued. The OVG Münster (Urteile v. 13.05.2024, Az. 5 A 1216/22, 5 A 1217/22, 5 A 1218/22) confirmed the classification was lawful, finding sufficient factual indications of anti-constitutional aims; the BVerwG rejected the AfD's appeals in May 2025. The core reported fact was accurate despite sustained party pushback — a balance case.
“Maskenaffäre: ~48 Mio. € Provisionen an Andrea Tandler (Emix-Deals)”
Die Investigativberichterstattung über die außergewöhnlichen Maskenprovisionen an die Tochter des Ex-CSU-Generalsekretärs wurde als Skandalisierung abgetan — hielt aber stand: LG München I verurteilte Tandler am 15.12.2023 zu 4 Jahren 5 Monaten wegen Steuerhinterziehung (Az. 6 KLs 301 Js 149894/21); der BGH (1 StR 238/24, 29.04.2025) bestätigte den Kern rechtskräftig bei reduzierter Strafe.
“Systematische Übernahme von AfD-Migrationsdiskurs: Diskursallianz Junge Freiheit–AfD (Längsschnittanalyse)”
A peer-reviewed content analysis published in Politische Vierteljahresschrift (Kösters, Jandura, Weiß, Schreiber 2021; DOI: 10.1007/s11615-021-00324-z) compared 18 German media outlets on migration framing and found Junge Freiheit 'reproduces the reality construction that the AfD propagates' on migration almost exactly — the highest documented degree of frame alignment with a party across all outlets studied. A concurrent IDZ Jena study (2025, 10-year automated corpus analysis) classified Junge Freiheit alongside Compact, Epoch Times, and PI News as spreading disinformation and amplifying right-extremist campaigns including 'Great Replacement' narratives. Apabiz documented JF as accompanying AfD's founding and trajectory 'mostly with goodwill, rarely critically', noting that the rare criticism of AfD figures served to position a strategically acceptable 'conservative AfD' rather than reflecting editorial independence.
“Spahns Villenkauf: Kaufpreis- und Kreditberichterstattung”
Business Insider berichtete über Spahns Villenkauf in Berlin-Dahlem (4,125 Mio. €, teilfinanziert von der Sparkasse Westmünsterland, in deren Verwaltungsrat Spahn saß). Spahn erwirkte zunächst eine einstweilige Verfügung (LG Hamburg 324 O 349/20) und ließ sich vom Grundbuchamt Journalistennamen geben. Das OLG Hamburg (Az. 7 U 16/21, April 2021) hob das Verbot vollständig auf: Die Berichterstattung war von Anfang an rechtmäßig — das öffentliche Informationsinteresse an den Finanzverhältnissen eines Spitzenpolitikers überwiegt.
“Wenn spät im Rathaus noch Licht ist”
A sympathetic profile of a newly elected CSU mayor was written by a freelancer who simultaneously served as secretary (Schriftführer) of the local CSU constituency organisation — a party official of the very party the subject belonged to. The paper did not disclose this conflict of interest to readers, nor did it assign a politically unaffiliated journalist. Presserat Rüge 1081/20/2 (published 11 August 2021) for Ziffer 6 (separation of activities, Richtlinie 6.1): journalistic work and partisan activity must be kept separate, and at minimum the conflict must be disclosed to readers. The Chefredakteur disputed the ruling, arguing the author's unpaid party role did not impair journalistic independence.
“Kommentar zur Zusammensetzung des Stadtrats nach Kommunalwahl Ingolstadt 2020”
A journalist at Ingolstadt-Today.de who had just failed as a CSU-aligned candidate in the 2020 Bavarian municipal elections wrote a political commentary on the new city council composition and the incumbent CSU mayor's campaign — without disclosing his recent candidacy. Presserat Rüge (June 2020 session) for Ziffer 6 (separation of activities): covering a political environment in which you recently stood as a candidate, without disclosure, undermines press credibility. The editorial team argued the author was not formally a CSU member; the Presserat found the functional connection sufficient to require disclosure or reassignment.
“Kandidaten-Beilage zur Bayerischen Kommunalwahl 2020 (Anzeigen-Supplement)”
Before the 2020 Bavarian municipal elections, the Allgäuer Zeitung published a supplement featuring candidates who had placed paid advertisements, designed in an editorial style that made it appear to be independent journalistic coverage of all candidates. Candidates who did not buy advertising were simply absent, but readers had no way to identify the supplement as paid advertising. Rüge (June 2020 session, Richtlinien 7.1 and 7.3 Pressekodex): inadequate separation of advertising from editorial content in an election context risked misleading voters. CSU-aligned incumbents and their challengers were the primary advertisers.
“Manipuliertes Foto und verkürztes Zitat von Susanne Hennig-Wellsow im Umlauf”
Nach einem Auftritt der damaligen Linken-Landesvorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow bei 'Markus Lanz' (12. Februar 2020), in dem sie konkrete Einschüchterungstaktiken von AfD-Mitgliedern als faschistische Methoden bezeichnete, kursierte auf Facebook ein stark verkürztes Zitat, das den Eindruck erweckte, sie nenne AfD-Mitglieder pauschal 'klare Faschisten' – allein wegen deren übertriebener Höflichkeit. Zusätzlich wurde ein begleitendes Foto digital manipuliert, wobei ihr Mund sichtbar verzerrt dargestellt wurde; das unbearbeitete Original stammte aus einem Artikel vom November 2019. CORRECTIV bewertete sowohl das verkürzte Zitat als auch das manipulierte Foto als 'Falsch'.
“Twitter-Thread: Ramelow-Wahl belege, Wähler wollten 'mehr Extreme' (Hufeisentheorie)”
Im Zuge der Thüringen-Regierungskrise um Bodo Ramelow (Februar 2020) argumentierte Bild-Journalist Julian Röpcke auf Twitter mit der Hufeisentheorie, wonach Wähler bei der Landtagswahl 'mehr Extreme' gewählt hätten, und stellte Ramelows fünfjährige Regierungszeit in eine Reihe mit historischen Diktaturen als Beispiele für 'Stabilität unter Extremen'. Volksverpetzer prüfte Röpckes Zitate und Gegendarstellungen und kam zu dem Schluss, dass seine Argumentation trotz nachträglicher Beschwerden über 'ungenaue' Zitate in der Substanz unverändert blieb: Die implizite Gleichsetzung der Linken mit historischen Extremen sei sachlich nicht haltbar und stelle 'Selbsttäuschung oder bewusste Täuschung' dar.
“Bild dreht Baerbock-Zitat um: 'Dammbruch für Demokratie und Rechtsstaat' = AfD-Wahlergebnis”
Bild zitierte Grünen-Politikerin Annalena Baerbock mit der Formulierung 'Dammbruch für Demokratie und Rechtsstaat' und rahmte das Zitat so, als beziehe es sich auf das AfD-Wahlergebnis insgesamt. Der vollständige Kontext zeigte, Baerbock bezog sich auf eine mögliche CDU-AfD-Zusammenarbeit in einem Landtag — nicht auf AfD-Stimmen an sich. Die sinnentstellende Verkürzung, die aus einer Kooperationskritik eine pauschale Wählerbeleidigung machte, wurde von BILDblog im Rahmen einer Dokumentation von Bild-Fehlerkonstanten 2019 erfasst. Eine Korrektur wurde nicht veröffentlicht; die Rahmung wurde auf Social Media vieltausendfach als vermeintlicher Beleg für Grüne Wählerverachtung weiterverbreitet.
“Neue Schmutzkampagne bei der SPD”
Bild reported on alleged email correspondence between Juso chair Kevin Kühnert and a Russian contact, framing it as evidence of a 'new smear campaign' inside the SPD. The SPD clearly rebutted the emails — pointing to an obviously invalid email address suffix — but Bild published the story anyway. The source was later confirmed to be a satirical stunt by the magazine Titanic. Crucially, the front-page headline stated as fact that such a campaign existed inside the SPD. Presserat Rüge issued 23 March 2018 for a severe breach of Ziffer 1 (truthfulness): the headline misled readers about a factual state of affairs that did not exist.
“Berliner Senat verteilt Sex-Broschüre für Kita-Kinder”
B.Z. titelte auf Seite 1, der SPD-geführte Berliner Senat verteile eine 'Sex-Broschüre für Kita-Kinder'; Bild griff die Geschichte auf und schrieb, das Material lehre 'ganz kleine Kinder von verschiedenen sexuellen Spielarten'. Tatsächlich handelte es sich um ein Fachheft für pädagogische Fachkräfte ('Murat spielt Prinzessin, Alex hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben'), das Erzieher:innen im Umgang mit Kindern aus diversen Familienformen und Geschlechteridentitäten unterstützen sollte — explizit kein Kindermaterial und kein sexueller Inhalt. Übermedien dokumentierte die Lüge am 22.02.2018 im Detail unter 'Die Lüge von der Sex-Broschüre für Kita-Kinder'. Weder Bild noch B.Z. gaben eine Gegendarstellung aus; die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus nutzte das falsche Framing für parlamentarische Anfragen.
“30.000 Asylbewerber verschwunden — unkontrollierbar im Land”
Bild titelte, 30.000 abgelehnte Asylbewerber seien 'spurlos verschwunden'. BILDblog wies nach, dass Bild zwei inkompatible Datensätze vermischt hatte: 'ausreisepflichtige Ausländer' (ein Oberbegriff, der auch Touristen mit abgelaufenem Visum und andere Personengruppen umfasst) und 'abgelehnte Asylbewerber'. Nur ca. 49% der ausreisepflichtigen Gruppe waren tatsächlich abgelehnte Asylbewerber. Die korrekte Zahl tatsächlich unbekannt verbliebener abgelehnter Asylbewerber lag bei etwa 3.057, nicht 30.000. Bild veröffentlichte keine Korrektur. Die Grünen hatten im Bundestag eine liberalere Asylpolitik vertreten und wurden durch die übertriebene Zahl politisch unter Druck gesetzt.
“Systematische Falschbehauptungen in der Flüchtlingsberichterstattung: Islamrabatt, HVV-Freiformeln, Bautzen”
Übermedien dokumentierte in der Analyse 'Die Stimmungskanone der AfD' (Oktober 2017) ein Muster von Bild-Falschbehauptungen, die gezielt AfD-Positionen gegenüber pro-Aufnahme-Parteien (insbesondere Grüne) stärkten: (1) HVV Hamburg: Bild behauptete, die HVV habe Kontrolleure angewiesen, Flüchtlinge beim Schwarzfahren zu tolerieren, um schlechte Presse zu vermeiden — tatsächlich galt die Regelung für alle Fahrgäste mit Sprachbarrieren, nicht speziell für Flüchtlinge. (2) Der 'Islamrabatt' bei Strafmaßen — Behauptung ohne statistische Grundlage. (3) Die Bautzen-Schutzwesten-Geschichte (siehe CT-007), die in dieser Analyse ebenfalls aufgegriffen wird. Bild korrigierte keine dieser Fälle nach dem DRK-Widerspruch und bot auch keine Gegendarstellung an.
“Grünen-Politikerin Schmidberger: 'Wixxer' und Billigung von Steinwürfen”
Bild und B.Z. druckten in der Berliner Ausgabe Zitate — darunter beleidigende Sprache ('Wixxer') und eine angebliche Billigung von Steinwürfen —, die sie der Grünen-Berliner-Abgeordneten Katrin Schmidberger zuschrieben. Die Zitate stammten tatsächlich von ihrer Fraktionskollegin Anja Kofbinger; Schmidberger war zu keinem Zeitpunkt mit dem Journalisten in Kontakt. Beide Blätter veröffentlichten Korrekturen: Bild platzierte die Richtigstellung unauffällig zwischen anderen Artikeln ohne Kennzeichnung als Korrektur; B.Z. druckte eine klar als 'Berichtigung' markierte Notiz. BILDblog dokumentierte sowohl den Fehler als auch die bewusst zurückhaltende Gestaltung der Bild-Korrektur.
“Satirischer Kommentar: 'da hat die Nazi-Schlampe doch recht'”
NDR-Satiresendung 'extra 3' zeigte einen Ausschnitt aus Alice Weidels Anti-Politische-Korrektheit-Rede und kommentierte mit: 'Jawoll... lasst uns alle unkorrekt sein, da hat die Nazi-Schlampe doch recht.' Weidel klagte auf Unterlassung als Formalbeleidigung. Das LG Hamburg (Az. 324 O 217/17, Beschluss 11.05.2017) wies den Antrag ab: Die Äußerung war im Kontext einer Satiresendung, die direkt auf Weidels eigene Aussagen zur politischen Korrektheit reagierte, erkennbar Satire und kein sachlicher Vorwurf der NS-Zugehörigkeit. Weidel legte Beschwerde ein, zog diese aber zurück — das LG-Ergebnis ist rechtskräftig. Das Gericht entschied zugunsten der Pressefreiheit; die AfD hatte die Satireform nicht akzeptiert.
“900 betrunkene Flüchtlinge randalieren in Frankfurts Partymeile — Frauen begrapscht”
Bild berichtete, 900 größtenteils betrunkene Flüchtlinge hätten an Silvester 2016/17 in Frankfurts Freßgass randaliert und Frauen sexuell belästigt, gestützt auf einen einzigen Gastwirt (Jan Mai). Frankfurts Polizei hatte null Anzeigen zu dem angeblichen Vorfall. Die Polizeiermittlungen ergaben, dass der Hauptzeuge 'Irina A.' am Silvesterabend nachweislich in Belgrad war — sie konnte nicht in Frankfurt gewesen sein. Am 14. Februar 2017 veröffentlichte Bild.de eine ausdrückliche Entschuldigung: 'Die BILD-Redaktion entschuldigt sich ausdrücklich für die nicht wahrheitsgemäße Berichterstattung.' Es handelt sich um eine der wenigen vollständigen schriftlichen Entschuldigungen des Blatts. BILDblog dokumentierte die falsche Geschichte und den AfD-Amplifikationsmechanismus ausführlich. Die Grüne Partei hatte die Flüchtlingspolitik vertreten — die Falschmeldung wurde gezielt zur Delegitimierung pro-Aufnahme-Positionen verbreitet.
“'Wir schaffen das' — Mediale Willkommenskultur: Near-seamless alignment mit Merkels Flüchtlingspolitik”
The Otto Brenner Stiftung study 'Die Flüchtlingskrise in den Medien' (Prof. Michael Haller, OBS-Arbeitsheft 93, 2017) analyzed over 30,000 news articles from more than 80 German outlets in 2015-16. In 83% of occurrences the term 'Willkommenskultur' appeared with a positive frame; two-thirds of sources in local/regional press were CDU/CSU and SPD government politicians while expert citations were outnumbered 17:1 by politician statements; Haller diagnosed 'near-seamless alignment' between Merkel's 'Wir schaffen das' line and regional press coverage. Haller explicitly distinguished his finding from 'Lügenpresse' charges: the deficiency was regierungsnahe framing and elite source dependency rather than straightforward factual falsehood. The study was contested by a methodological rebuttal from Neue Deutsche Medienmacher (2017).
“Bautzen: Rettungskräfte brauchen Schutzwesten wegen Flüchtlingen”
Bild berichtete, Rettungskräfte in Bautzen würden aufgrund von Angriffen durch Flüchtlinge Schutzwesten tragen. Das DRK stellte klar, die Schutzausrüstung sei wegen eines generellen Anstiegs von Übergriffen auf Einsatzkräfte angeschafft worden — nicht spezifisch wegen Flüchtlingen. BILDblog dokumentierte die Falschbehauptung im August 2015 als Teil eines systematischen Musters, in dem Bild gezielt Vorfälle mit Asylbewerbern ohne Überprüfung zu Generalvorwürfen aufblies. Übermedien bestätigte in der Analyse 'Die Stimmungskanone der AfD' (Oktober 2017), dass Bild diese Falschmeldung nie korrigierte, obwohl das DRK ausdrücklich widersprochen hatte, und dass AfD-Kreise die Geschichte weiterhin als Beleg für ihre Sicherheitsthesen zitierten.
“Merkel-Wahlkampfberichterstattung: Kanzlerin durchgängig positiv, Steinbrück als Verlierer geframed”
The Otto Brenner Stiftung study 'Missbrauchte Politik: Bild und BamS im Bundestagswahlkampf 2013' (Hans-Jürgen Arlt and Wolfgang Storz, OBS-Arbeitsheft 78, 2014) analyzed approximately 300 Bild and Bild am Sonntag articles across the 2013 Bundestagswahlkampf. Angela Merkel and the CDU/CSU were 'durchgängig positiv dargestellt' while SPD challenger Peer Steinbrück was consistently framed as a loser; some Bild campaign lines had their origins in CDU/CSU think tanks. The authors concluded: 'Das ist kein Journalismus, das ist publizistisches Wirtschaftshandeln mit parteipolitischer Schlagseite' — not journalism but commercial publishing with party-political bias. The FDP received 'freundliche Förderung' (friendly promotion) while the Greens were 'eifrig attackiert' (actively attacked).
“Die Linkspartei denkt nur ans Erhöhen — Wahlprogramm enthält keine Steuersenkungen”
BamS veröffentlichte kurz vor der Bundestagswahl 2009 eine Parteien-Übersicht, die Die Linke nur mit Steuererhöhungsvorschlägen listete. Begleitend schrieb Vize-Chefredakteur Michael Backhaus in einem Leitartikel, die Linkspartei 'denkt nur ans Erhöhen'. BILDblog dokumentierte, dass das tatsächliche Linke-Wahlprogramm 2009 explizit Steuersenkungen für kleine und mittlere Einkommen enthielt — die Darstellung war damit objektiv falsch. Der Presserat erteilte einen Hinweis wegen Verstoßes gegen die Sorgfaltspflicht (Ziffer 2 Pressekodex); Springer verteidigte die Darstellung als zulässige redaktionelle Auswahl. Eine Richtigstellung wurde nicht veröffentlicht.
“Birthler: Gysi habe 'wissentlich und willentlich' an Stasi über Mandanten berichtet”
Das ZDF heute-journal strahlte am 22.05.2008 eine Aussage der Stasi-Unterlagen-Beauftragten Marianne Birthler aus, wonach Gregor Gysi (damals Linken-Fraktionschef im Bundestag) 'wissentlich und willentlich' seinen Mandanten Robert Havemann an die Stasi verraten habe. Das Landgericht Hamburg (Az. 324 O 836/08) wies Gysis Unterlassungsantrag zunächst ab; das OLG Hamburg (Az. 7 U 95/09, Urteil 23.03.2010) hob dies auf und untersagte die Formulierung. Der BGH bestätigte das OLG im September 2011. Birthlers eigene Pressemitteilung enthielt die kategorische Formulierung nicht — das ZDF hatte sie in der Schnittfassung verschärft. Das ZDF entfernte den Beitrag aus der Mediathek.
“Lafontaine bestand auf Privatjet als Bedingung für Wählerforum-Teilnahme”
Bild am Sonntag behauptete im Bundestagswahlkampf 2005, Linkspartei-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine habe als Bedingung für eine Teilnahme am BamS-Wählerforum einen Privatjet verlangt. Lafontaine bestritt dies ausdrücklich und ließ eine Gegendarstellung drucken: Weder er noch sein Stab habe eine solche Forderung gestellt. BamS war rechtlich verpflichtet, die vollständige Gegendarstellung auf Seite 4 zu drucken. BamS ergänzte einen Disclaimer, wonach die Redaktion bei ihrer Version bleibe — ohne Belege. BILDblog dokumentierte den Fall (Oktober 2005) als Beispiel für Bild-typische Wahlkampf-Berichterstattung, die Lafontaine als Luxus-Linken framen sollte; die Überprüfung der BamS-Gegenversion blieb aus.
“Gysi als 'IM Notar' in der Stasi-Außenspionage (HV A) tätig gewesen”
Der Spiegel behauptete, PDS-Chef Gregor Gysi habe unter dem Decknamen 'IM Notar' für die Hauptverwaltung Aufklärung (Außenspionage) der Stasi gearbeitet. Das Landgericht Hamburg erließ eine Unterlassungsverfügung gegen den Spiegel, da die Behauptung nicht beweisbar war — 'IM Notar' war laut Gysi ein Sammelvorgang, in dem die Stasi Informationen aus verschiedenen Quellen bündelte, kein persönlicher Deckname. Die Unterlassung wurde bestätigt; der Spiegel war fortan verboten, die Behauptung über Außenspionage zu wiederholen. Parteikontext: Gysi war zum Zeitpunkt Vorsitzender der PDS, der direkten Vorgängerpartei der Linken.
“Falschzitat: Scholz nehme einen Krieg Deutschlands gegen Russland in Kauf (angebliches Time-Interview)”
Nach dem Time-Interview von Kanzler Scholz (27.04.2022) kursierte auf Facebook und WhatsApp die Behauptung, er habe gesagt, 'europäische Lösungen kommen zuerst, auch wenn Deutschland in einen Krieg mit Russland gerät' und man dürfe die Interessen des Volkes 'nicht zu ernst nehmen'. CORRECTIV stellte am 16.05.2022 fest ('teilweise falsch'), dass es sich nicht um wörtliche Zitate handelt, sondern um eine sinnentstellende Interpretation; Ursprung war laut APA ein Leserbrief in der Kronen Zeitung. Einordnung: Scholz sprach im Interview tatsächlich von 'europäischen Lösungen' und historischer Verantwortung für Frieden — die kriegsbefürwortende Zuspitzung ist ihm untergeschoben.
“Russische Doppelgänger-Kampagne: gefälschte Artikel im Layout deutscher Leitmedien gegen die SPD-geführte Bundesregierung”
Seit Sommer 2022 verbreitete die russische 'Doppelgänger'-Kampagne hunderte gefälschte Artikel auf täuschend echten Kopien der Webseiten von Spiegel, Süddeutscher Zeitung, Welt, FAZ und Bild — mit erfundenen Behauptungen gegen die SPD-geführte Ampel-Regierung, etwa dass Sozialausgaben für Waffenlieferungen an die Ukraine eingefroren würden. Hinter der Kampagne stehen laut CORRECTIV-Recherche (13.11.2024) die seit Mitte 2023 EU-sanktionierten Moskauer Firmen Struktura und Social Design Agency mit Verbindungen zum russischen Verteidigungsministerium; nach den Recherchen wurden 28 Domains deaktiviert und die Verbreitung weitgehend gestoppt. Einordnung: Es handelt sich nicht um Fehler der imitierten Redaktionen, sondern um staatlich gesteuerte Desinformation, die deren Glaubwürdigkeit missbrauchte; auch dpa-Faktencheck und das Auswärtige Amt dokumentierten die Fälschungen.
“Manipuliertes Faeser-Foto: 'Ich hasse die Meinungsfreiheit!' (Februar 2024)”
Deutschland-Kurier-Chefredakteur David Bendels veröffentlichte im Februar 2024 eine Fotomontage: Ein offizielles Foto von Innenministerin Nancy Faeser mit einem 'We remember'-Schild zum Holocaust-Gedenktag wurde so manipuliert, dass darauf 'Ich hasse die Meinungsfreiheit!' stand (über 13.000 Aufrufe). Das Amtsgericht Bamberg verurteilte Bendels im April 2025 wegen Verleumdung (§ 188 StGB) zu sieben Monaten auf Bewährung, da die Manipulation für Leser nicht erkennbar gewesen sei; das Landgericht Bamberg sprach ihn in der Berufung frei (Urteil v. 14.01.2026, Az. 11 NBs 1108 Js 11315/24), weil der Post im Gesamtkontext von der Meinungsfreiheit gedeckt sei. Einordnung: Unstrittig ist in beiden Instanzen, dass das Bild eine Fälschung war — der Streit betraf allein die strafrechtliche Bewertung als Satire bzw. Meinungsäußerung; das erstinstanzliche Urteil hatte breite Kritik von Presseverbänden ausgelöst.
“Media-Tenor-Analyse: überwiegend positive Tonalität der TV-Hauptnachrichten gegenüber SPD und Grünen (2021-2022)”
Das Institut Media Tenor (Roland Schatz) wertete 18.805 Parteien-Beiträge der Hauptnachrichten von ARD (Tagesschau), ZDF (heute) und RTL Aktuell aus den Jahren 2021-2022 aus: Über SPD und Grüne wurde anteilig am positivsten berichtet, während bei CDU/CSU, FDP und vor allem der AfD negative Bewertungen überwogen; zugleich erhielt die Union die meisten Beiträge (2.100-2.700 je Sender), die SPD deutlich unter 2.000. Schatz kritisierte eine geringe Vielfalt und Komplementarität der drei Sendungen. Einordnung: Die Studie misst Tonalität, keine Faktenfehler, und wurde politisch kontrovers rezipiert (u.a. wurde über eine Beauftragung aus dem Unionsumfeld berichtet, während Media Tenor auf seine Dauerbeobachtung seit 2020 verweist); sie kontrastiert mit dem Befund der Otto-Brenner-Stiftung, dass Kanzler Scholz in der Ukraine-Berichterstattung außergewöhnlich negativ bewertet wurde.